Der „Nazi“-Vorwurf als Mittel der politischen Auseinandersetzung
Menschen, insbesondere politische Gegner, die eventuell die eigene Macht
und Diskurshoheit bedrohen könnten, mit „rechtsextremen“ Kreisen in
Verbindung zu bringen, war und ist ein beliebtes Mittel der politischen
Auseinandersetzung. In der DDR war es Teil der Zersetzungsstrategie der
Staatssicherheit (nachzulesen im Beitrag „Was sind eigentlich
Stasi-Methoden“ vom Landesinstitut für Schule und
Medien Berlin-Brandenburg). Zwar nur ein Mittel unter vielen (von
Hausdurchsuchungen bis Vergiftungen), aber durchaus bedeutsam in einem
System, das sich als strikt „anti-nazistisch“ oder „anti-faschistisch“
verstand. Der Begriff (anti-)nationalsozialistisch wurde von den
rotlackierten Nazis vermieden, weil dies schon begrifflich die Nähe der
sozialistischen Systeme gezeigt hätte. Und auf dieses Mittel greifen
viele auch im heutigen, ganz anderes gearteten System zurück. Und das
nicht nur in Deutschland, sondern auch anderenorts, Erdogan läßt grüßen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen