Montag, 27. März 2017

27.03.2017 - Jünger

"Ganz eng verbunden mit diesem Ablauf, in dem der Staat zum nihilistischen Objekt wird, ist das Auftreten großstädtischer Massenparteien, die sowohl rational als leidenschaftlich vorgehen. Im Falle des Erfolges können sie dem Staat so ähnlich werden, daß zwischen beiden schwer zu unterscheiden ist. Die siegreiche Macht im Bürgerkriege bildet Organe, die denen des Staates korrespondieren, sei es zur Infiltration oder nach Art der Saugnäpfe. Endlich kommt es zu neuen Verwachsungen.“
Ernst Jünger, Über die Linie, 1950



"Er durchfliegt die Welt als siamesischer Zwilling: als homo faber und homo ludens, als planend geschichtsloser und als musischer, nach Bildern hungriger Mensch, bald stolz auf seinen Titanismus, bald trauernd über die Zerstörung, die ihm folgt. Je stärker, je mächtiger ihm die Flügel wachsen, desto seltener wird er finden, wonach sein Herz begehrt."

"An dem absurden Wahlkampf dieser Tage fällt mir auf, daß die Parteien sich in einer Weise ähnlich werden, die es ihnen immer schwieriger macht, sich glaubwürdig gegeneinander abzusetzen. Alle wollen »Demokratie, Stabilität, Fortschritt«; alle wollen »links« sein, mit geringen Schattierungen."
Ernst Jünger (1895-1998), Tagebücher

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