Donnerstag, 29. Juni 2017

29.06.2017 - Naturvorbehalt

Brian Kinney in QUEER AS FOILK: "Es gibt zwei Sorten von Heten auf dieser Welt: Die einen hassen dich und sagen es dir ins Gesicht, die anderen hassen dich hinter deinem Rücken."

Ehe für alle (Efa)...Es ist durchaus unklar, ob eine Etablierung der „Ehe für alle“ eine entstigmatisierende Wirkung für den Kern des Konflikts, nämlich für die gleichgeschlechtliche Liebe bewirkt oder im Gegenteil von dieser zentralen kulturellen Frage ablenkt und sie bloß administrativ-gesetzgeberisch überdeckt (eine Frage der Wirkungsforschung, wenn man so will, deren Ergebnisse freilich für sich genommen noch nicht gegen diese Ehe sprächen). Wie viele der befragten Deutschen mögen die „Ehe für alle“ befürworten und dabei trotzdem auf die eine oder andere Weise den tief in unserer Kultur verankerten Naturvorbehalt gegen die Homosexualität teilen? (FAZ)



Ole von Beust in der ZEIT: "So ist eben der gesellschaftliche Wandel. Man kann jetzt darüber diskutieren: Was ist konservativ? Form oder Inhalt? Es gibt doch nichts Konservativeres als die Ehe. Man geht die Verpflichtung zu einer dauerhaften Bindung und zur Verantwortung ein. Nebenbei ist es für den Staat lukrativ: Das Risiko, dass er in Notlagen einspringen muss, wird kleiner. Nun kann man sagen: Es widerspricht dem konservativen Ansatz, das auch gleichgeschlechtlichen Paaren zu ermöglichen. Aber ich würde da immer sagen: So what?! Der Anteil der homosexuellen Ehen im Vergleich zu herkömmlichen Ehen liegt bei 0,2 oder 0,3 Prozent. 99,7 Prozent der Ehen sind normale Ehen. Die Gesellschaft wird dadurch nicht verändert oder erschüttert."





28.06.2017 - 40 Prozent?

RTL/Stern-Umfrage heute: Union 40 Prozent; SPD 23 Prozent; Grüne 9 Prozent; Linke 9 Prozent; FDP 7 Prozent; AfD 7 Prozent ...
 

Ich nehme mal, es wird noch viel abgeschliffen - alle Lügen von heute weggeschliffen - dann könnte das Wahlergebnis so ausschauen: Union 36 Prozent; SPD 22 Prozent; Grüne 6 Prozent; Linke 12 Prozent; FDP 14 Prozent; AfD 8 Prozent ...

Dienstag, 27. Juni 2017

27.06.2017 - Wendehals

Na bitte, die sozialistische FDJ-Sekretärin a. D. und deutsche Kanzlerin Merkel hat nix mit einer konservativen Union zu tun... denn sie will jetzt - welche sozialistisch-evangelische Wandlung (beklatscht vom kinderfick-unterstützende und grünliche Volker Beck (der Rauschgift-konsumierende a. D.) - dass die Schwule-Ehe Recht wird, die Ehe für alle ... damit Ihre evangelisch-grünlich-sozialistischen Pfarrer-Bünde zur hedonistischen Schwulehe schreiten können ... 
Damit fettärschige, sandalen-plattfüßige, lesbische Frauen, genannt "kesse Vätern", auch Pfarrerinnen genannt, die mit ihren SS-Frisuren, endlich ihre Kinder aus Afrika adoptieren können ... 

Oder die ebenso fettärschigen oder gar Body-gestählten, sehr tuntigen und nasal-säuselnde (evangelischen) Pfarrer und ihre Partner, die Kantoren, endlich eheliche Paare werden, jene Ehepartner, die so gern mit ihren "kessen Vätern" gern künstlich erzeugte Balge kreieren wollen ... alles brutale Vorurteile??? 

Vernünftige Schwule, die nie eine spießige Ehe eingehen wollten - als Imitat der korrupten/spießigen Hetero-Ehe - diese vernünftigen Schwule wollten nur die gleichen Rechte für Ihre Partnerschaft ... mehr nicht ...
 

Nebenbei ... Ole von Beust (CDU): "Es gibt doch nichts Konservativeres als die Ehe."

Montag, 26. Juni 2017

26.06.2017 - Winde

Sagte das der Konrad Adenauer, oder Willy Brandt oder gar der Helmut Kohl? Der Leitspruch für einen heftigen und erfolgreichen Wahlkampf. "Achte darauf, dass der Wind hinter Deinem Rücken Dein eigener nicht der einzige ist. Der stinkt nämlich - und ist nur lauwarm."

Sonntag, 25. Juni 2017

25.06.2017 - Widerwärtig

Jüngst hat der Aufbau-Verlag die Briefe von Victor Klemperer veröffentlicht, dem Professor der Romanistik, der die Hitler-Zeit in Dresden überlebte und mit seinem Tagebuch eine Chronik des Alltags der Judenverfolgung schrieb. 1953 gratulierte Klemperer seinem Neffen Peter und dessen Frau Inge zur Geburt ihres Sohns David. Der Großonkel machte sich Gedanken darüber, ob David wegen seines Namens später Anfeindungen erleben werde. Es war für den Einundsiebzigjährigen aber nicht nur eine Frage der Klugheit, ob ein Kind einen Namen erhalten sollte, der als Hinweis auf Zugehörigkeit zum Judentum verstanden wurde. Klemperer legte seine „eigene Position“ dar: „Ich habe einen furchtbaren Hass auf allen Rassenhochmut.“ Diesen Hochmut sah er nicht nur im 1945 untergegangenen Staat der Judenfeinde, sondern auch in dem Staat der Juden, der drei Jahre später in Palästina proklamiert worden war. „Antisemitismus und Zionismus sind mir gleichermaßen widerwärtig und scheinen mir gleichermaßen vorsintflutlich.“
Würde Klemperer diese These heute in einem Artikel in einer deutschen Zeitung oder in einem Vortrag an einer deutschen Universität vertreten, wäre der Skandal programmiert. Und nähme er an einer Demonstration unter dieser Losung teil, träten ihm Gegendemonstranten in den Weg, an der Spitze vermutlich Volker Beck, der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Bundestages. Als nämlich vor zwei Wochen in Frankfurt eine Konferenz zum fünfzigsten Jahrestag der israelischen Besetzung der Palästinensergebiete stattfand, reiste der Grünen-Abgeordnete an, um dagegen zu protestieren, dass die Tagung nicht abgesagt worden war. Beck sagte: „Wer gegen Zionismus ist, der ist gegen den Staat Israel, und dem werden wir nicht widerspruchslos unsere Straßen zur Verfügung stellen.“ (FAZ)

Samstag, 24. Juni 2017

24.06.2017 - Staunend

Was musste ich da im Internet lesen??? - Da staunte ich lachend und heftig: "Für Steuerhinterzieher gibt es immer weniger Schlupflöcher. Der Ankauf von Schwarzgeld-CDs durch die Finanzbehörden ermöglicht immer mehr erfolgreiche Ermittlungen.
In Heilbronn sind dem Finanzamt gemäß Schätzungen der regionalen Medien in den vergangenen Jahren bereits über 800 Steuerhinterzieher ins Netz gegangen.
Einer von Ihnen dürfe der in Lehrensteinsfeld bei Heilbronn lebende Unternehmer Ignaz Kratz sein. Kratz, dessen Vermögen überwiegend aus geerbten Patenten (Kreditenkarten, etc.) besteht und den Weggefährten als wenig intelligent bezeichnen, ist seit Jahren in der Schweiz tätig. Eines seiner Unternehmen ist die Blupp Product GmbH. Diese bietet beste Vorausetzungen zur Steuerhinterziehung, sind die Geschäfte doch kaum kontrollierbar.
Nach außen ist Ignaz Kratz ganz der Biedermann. Er ist im Elternbeirat des Reinhold-Hotz-Gymnasiums Heilbronn und Mitglied des Rotary-IV-Clubs Heilbronn."


Oder besser ... 

https://unserheilbronn.wordpress.com

Freitag, 23. Juni 2017

23.06.2017 - Mord

Nicht nur des seltsamen Johnny Deep und sein "Mordanschlag" auf Trump ist makaber, der Verleger der ZEIT hatte ähnliches bei der ARD gesagt ... kein Aufschrei in den deutschen Medien ... wir sind soweit ... die grünlichen Linken werden in Hamburg ihren kriminellen und brutalen Terror zeigen ...

Donnerstag, 22. Juni 2017

22.06.2017 - Spalten



Religionskritik und Amtskirchen haben etwas gemeinsam. Beide fallen gerne hinter einen erreichten Reflektionsstatus zurück. Tertullians „Credo, quia absurdum est“ (“Ich glaube, weil es unvernünftig ist“) wird unter Wert gehandelt. Gottes Sohn ist sterblich. Zumutungen erscheinen heute nicht mehr zumutbar. Die Radioandachten der evangelischen und der katholischen Kirche morgens um 6:35 Uhr im Deutschlandfunk bezeugen eine bestürzende Einfalt. Es wäre eine groteske Überschätzung, traute man diesen Tönen zu, die Welt zu spalten. Der TV-Sendung  (“Spaltet Religion die Welt?“) beschwört zudem die Idee einer einigen Welt, die nicht einmal als fromme Wunschvorstellung ernst genommen werden könnte ...

Mittwoch, 21. Juni 2017

21.06.2017 - Anstrengend

Wer kann mit wem - und warum? Es gibt einen kleinen Test. Um herauszufinden, ob man mit dem Gegenüber kann oder nicht.
 

Erste Frage: Welche Bücher haben Sie im letzten halben Jahr gelesen – welches dieser Bücher hat ihnen gefallen und warum – und welches Buch hat ihnen mißgefallen – und warum?
 

Zweite Frage: Welche Spielfilme haben Sie im letzten halben Jahr angeschaut – welches dieser Filme hat ihnen gefallen und warum – und welcher Film hat ihnen nicht gefallen – und warum?
 

Dritte Frage: Welche Theaterstücke – ob Sprechtheater oder Musiktheater - haben Sie im letzten halben Jahr angeschaut – welche dieser Inszenierungen hat ihnen gefallen und warum – und welcher Inszenierung hat ihnen nicht gefallen – und warum?
 

Vierte Frage: Welcher Zeitungsartikel haben Sie im letzten halben Jahr gelesen – welcher dieser Artikel hat ihnen gefallen und warum – und welcher Artikel hat ihnen nicht gefallen – und warum?
 

Haben Sie etwas gemerkt? Kommunikation ist eine schwierige und anstrengende Angelegenheit … Nicht die Farben der Augen und das nette Lächeln sind nicht entscheidend, sondern ...

Dienstag, 20. Juni 2017

20.06.2017 - Erinnerung

Dem Nationalsozialismus war es in den frühen 1930er Jahren gelungen, Ortsgruppen und Stützpunkte in vielen Städten der Schweiz einzurichten. Selbst die Hitler-Jugend war präsent, in Bern etwa unter dem HJ-Führer Richard von Weizsäcker, dem Sohn des deutschen Gesandten Ernst von Weizsäcker. Erinnern konnte sich Weizsäcker in seinen "Erinnerungen" an seine schweizer HJ-Zeit nicht, wie auch Günter Grass, Walter Jens, Erhard Eppler, u.a. nicht an Ihre Nazis-Mitgliedschaft ... Heuchler ...

Montag, 19. Juni 2017

19.06.2017 - Ironie?

Nicht nur Linksliberale und die Zeitgeistigen haderten damit, dass hier jemand mit dem Saumagen Politik machte. Auch Konservative behandelten Kohl, als könne er es nicht, als sei er ein Stümper, als verhunze er das Idealbild von Politik. 

Das ist einer der Gründe, warum sich Franz Josef Strauß, Helmut Schmidt oder Richard von Weizsäcker zeitlebens für die Besseren hielten und warum das „Aussitzen“ seither zum Repertoire nicht nur linker, sondern auch rechter Kritik an einer Politik gehört, der die „fortschrittliche“ Unruhe, das Fingerschnippen der einfachen Lösungen, das Ideale fehlt. ... 

Denken in „guter Metropole“ und „böser Provinz“ gehört zu einer eigenartigen Amnesie der Bundesrepublik, dessen Zukunftsträchtigkeit Kohl sechzehn Jahre lang widerlegte. Die Pfalz – oder jede andere historische Landschaft Deutschlands – ist eben nicht ein Hort der Unvollkommenheit oder Rückständigkeit, sondern das große Kleine im kleinen Großen. 

In diesem Fall äußert sich das in der engen, nachrevolutionären Verbindung zu Frankreich, die Land und Leuten eine frühe republikanische Prägung und gelassene Lebensart gab. Ohne diese Vielfalt deutscher „Provinz“ wäre die Einheit eine ziemlich trostlose Angelegenheit und eben die gesichtslose Machtmaschinerie geworden, die Kritiker Kohls gerade daraus, aus seiner vermeintlich minderbemittelten Herkunft heraus erklären wollten. 

Es ist eine Ironie der Zeitgeschichte, dass der Kanzler dieser Einheit das architektonische Sinnbild solcher Befürchtungen, das Kanzleramt der Berliner Republik, zwar entwerfen ließ, aber nie bezog. FAZ

Sonntag, 18. Juni 2017

18.06.2017 - TAZ

Grünlich-sozialistischer Hass und Bösartigkeit:
Auf dem Cover der "taz. am Wochenende" war unter der Zeile "Blühende Landschaften" üppiger Grabblumenschmuck samt einer Birne über einem Trauerflor zu sehen. In sozialen Netzwerken fanden das viele "geschmacklos" oder "absolut niveaulos".

17.06.2017 - Heucheln

Wie nahe sind uns viele, die tot sind, und wie fern sind uns die meisten, die leben ...
Als Helmut Kohl Bundeskanzler wurde, da schäumten der Spiegel, Stern und andere linke Medien ... vor allem die protestantische Mafia in der ZEIT .... und spukten giftige und hinterhältige Hassworte ... und beschimpften Kohl als Depp, als "Birne", als Provinz-Schwachsinnigen ... dieser linke Hass machte mich hellhörig... bis heute bin - bei aller Kritik - ein Kohl-Fan... viele dieser Friedensfreunde, oft von Stasi-Mielke bezahlt - hatte Kohl als "Vaterlandsverräter" bezeichnet ... wie er doch nur recht hatte ...
Ich las dazu gestern interessante Sätze über die linke Angela Merkel und Ihre neue CDU-Politik .... über ihre neue USA-Politik: "Merkel wird mit ihrem Versuch, die Weltmacht USA zu isolieren, Beifall vor allem von den dunklen Mächten der Gegenwart erhalten:
Den Sozialisten, dem Islam, den beiden Gross-Kirchen, den linken Gewerkschaften, den Systemmedien, den Blockparteien, der Antifa, den Stasi-Seilschafen, den NGOs, den Neoliberalen, den Neonazis, den Antisemiten aus allen politischen und religiösen Lagern...
Apropos ... ich erinnere mich an junge und schwarze Provinzpolitiker, die mehrmals nach München führen, um Ihre Jubelschreie auf den FJS-Altar legten ... und um ihrer Kohl-Gegnerschaft sich bestärken zu lassen ... heute heucheln sie Ihre Kohl-Zuneigung ...

Freitag, 16. Juni 2017

Donnerstag, 15. Juni 2017

15.06.2017 - Nation

Das Exponat liegt neben anderen Druckwerken in einer Vitrine im Innenhof des Martin-Gropius-Baus in Berlin, und es ist so klein, dass man es fast übersieht. „An den Christlichen Adel deutscher Nation“ heißt die Schrift, mit der sich der Augustinermönch Luther im August 1520 an die Fürsten des Heiligen Römischen Reiches wendet. In ihr kündigt er den Konsens des Mittelalters auf: den Vorrang der geistlichen vor der weltlichen Gewalt, die Mittlerrolle der Kirche, die Priesterweihe. Wir alle, schreibt er, seien durch die Taufe zu Priestern geweiht. Jeder Geistliche, auch der Papst, unterstehe der weltlichen Justiz. Das kleine Heft hat Broschürenformat; in heutiger Type füllt der Text keine zehn Seiten. Seine Wirkung jedoch geht in Wellen aus Feuer, Blut und bedrucktem Papier durch die letzten fünfhundert Jahre menschlicher Geschichte, und der Konflikt, den Luther mit einem Gewaltstreich löst, das Verhältnis zwischen Staat und Religion, beschäftigt uns immer noch.
FAZ

Mittwoch, 14. Juni 2017

14.06.2017 - Glauben


FAZ - TV-Kritik: „Maischberger“ 

 Adam hat die rote Karte

Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen über den Religionskrieg des „Islamischen Staates“ und das Verhältnis der Katholiken zur Abtreibung. Der Erkenntnisgewinn geht gegen null. Nur Heiner Geißler fällt aus dem Rahmen.
von Hans Hütt
 
Religionskritik und Amtskirchen haben etwas gemeinsam. Beide fallen gerne hinter einen erreichten Reflektionsstatus zurück. Tertullians „Credo, quia absurdum est“ („Ich glaube, weil es unvernünftig ist“) wird unter Wert gehandelt. Gottes Sohn ist sterblich. Zumutungen erscheinen heute nicht mehr zumutbar. Die Radioandachten der evangelischen und der katholischen Kirche morgens um 6:35 Uhr im Deutschlandfunk bezeugen eine bestürzende Einfalt. Es wäre eine groteske Überschätzung, traute man diesen Tönen zu, die Welt zu spalten. Der Titel der Sendung von Sandra Maischberger („Spaltet Religion die Welt?“) beschwört zudem die Idee einer einigen Welt, die nicht einmal als fromme Wunschvorstellung ernst genommen werden könnte.

Schartige Religionskritik

Mit welcher Evidenz wird der einen Religion Friedfertigkeit zu-, der anderen aberkannt? Die Gesellschaft scheint heute so säkular zu sein, dass die Instrumente der Religionskritik schartig werden. Dagegen wirkt der greise Heiner Geißler schon fast wie ein Moses, wenn er feststellt, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Gott werde quasi in Haftung genommen für fundamentalistischen Unsinn.
Was für ein Kontrast zur Einfalt der Religionskritik, wie sie an diesem Abend von Philipp Möller („Ich bin als Atheist zur Welt gekommen“) und Angelika Kallfass vertreten wird, wenn man Gerhard Rühms „glaubensbekenntnis“ hört. Tatsächlich folgt die Dramaturgie der Sendung unfreiwillig einem Skript, das der Chef des „Islamischen Staates“ Abu Bakr al-Baghdadi 2014 in der Großen Moschee von Mossul verkündet hat. Er erhebt sich zum Kalifen und definiert das Territorium des Kalifats. Seither führt das Kalifat einen Religionskrieg. Die Antwort des Westens, der „Krieg gegen den Terror“, ist säkular, umgeht die Unheilstheologie des Kalifats, wenngleich es unter den Freischärlern dieses Krieges auch christliche Fundamentalisten gibt.

Ob der Westen es will oder nicht, ändert nichts daran, dass er sich aus dem Blickwinkel seiner Gegner in einem Religionskrieg befindet. Das nicht zu verstehen, kann auch unfreiwillig zu Komik führen, wenn der Katholik Martin Lohmann lapidar einräumt, dass bei den Kreuzzügen einiges schief gelaufen sei. Er sähe Religion lieber als „Vehikel des Friedens“, ein Papamobil des Eiapopeias.

Bewundernswerter Wilder

Was soll eine Bischöfin außer Dienst auf die Frage antworten, ob die Welt besser wäre ohne Religion? Margot Käßmann sagt, sie sei überzeugte Christin. Was fügt das „überzeugt“ ihrem Christsein zu, das darin nicht enthalten ist? Heiner Geißler wird immer mehr zu einem bewundernswerten Wilden. Nicht umsonst hat er bei den Jesuiten studiert. Gott als den ganz Anderen zu wissen, macht ihn zum Christen, ohne dass er Zuflucht bei einem Adjektiv suchen muss. Dem Gott des Evangeliums sei nie so geschadet worden wie durch die Theologie und die im Namen Gottes verübten Verbrechen.
Was hat in dieser Diskussion die einfältige Wutrede des Konzertveranstalters Marek Lieberberg am Nürburgring („Rock am Ring“) zu suchen? Was hat der extrem gebügelte Geschäftsmann den Muslimen der Welt mitzuteilen, was sie nicht wissen? Khola Maryam Hübsch weist darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der Muslime sich vom Terror distanzieren.

Schlupfwespe und Plattenverschiebungen

Auf Martin Lohmanns katholisches Selbstbekenntnis antwortet Geißler mit der Theodizeefrage, warum Gott die Schlupfwespe und die tektonischen Plattenverschiebungen zwischen Europa und Afrika geschaffen habe. Lohmann möchte weder über die Schlupfwespe noch über die Theodizee reden. Der Ingrimm Geißlers („ich habe den Glauben verloren, den evangelische und katholische Kirche repräsentieren“) hätte ohne den Firlefanz der anderen Gäste für einen spannenden Abend gesorgt. Es gab zu viel Mumpitz, etwa dass Gott Gebete erhört (Hübsch) und dass Religionen Antwort auf menschliche Ängste seien (Kallfass). Geißler dagegen tobt gegen Thomas von Aquin und Augustinus, als läge es in seiner Macht, sie aus der Überlieferung zu tilgen.
Die Diskussion über das Verhältnis der katholischen Kirche zur Abtreibung führt zu keinen neuen Erkenntnissen, davon abgesehen, dass sie Martin Lohmann Gelegenheit dazu gibt, Werbung für eine Kundgebung in Berlin zu machen. Ein anderer Fall ist das Urteil eines Strafgerichts in Cottbus. Was bringt die Richter auf die Idee, die Tötung einer Frau aus Rücksicht auf den muslimischen Glauben des Mannes nur als Totschlag zu bestrafen? Gilt ein religiöses Bekenntnis als strafmilderndes Tatbestandsmerkmal?
Die weitere Diskussion mäandert ohne Erkenntnisgewinn über die Dörfer. Zwei bekennende Atheisten, die glaubensselige Muslima, der selbstgefällige Katholik und die lutheranische Bischöfin a.D. hätten besser zu Hause bleiben und da einem spannenden Einzelgespräch Sandra Maischbergers mit Heiner Geißler zuhören können. Wäre da nicht Michelangelos Adam, der seinem Schöpfer die rote Karte zeigt. Diese Bildmontage im Hintergrund des Studios hätte eine andere Diskussion möglich gemacht. Verschenkt!
 
Quelle: FAZ.NET

Dienstag, 13. Juni 2017

13.06.2017 - Arte



ARTE wollte nicht, der WDR ebenfalls nicht den Film senden - BILD hat es getan. Heute. Ich habe den Film im Internet angeschaut ... Das ist kein journalistischer, sondern nur ein schlichter Propaganda-Film ... für Israel. Deshalb ist es richtig und auch gut so, dass BILD den Film gezeigt hat - einen Tag lang. Denn zu BILD passt der Film vollkommen ... auch zur Ideologie der Springer-Geschäftspolitik... nicht zum Auftrag für öffentlich-rechtliche Sender wie arte oder WDR... außerdem stimmt die Ablehnung-Begründung: Thema verfehlt ...

Übten Arte und WDR Zensur, als sie entschieden, eine Dokumentation über Antisemitismus nicht auszustrahlen? Kaum - der Film hat schlicht handwerkliche…
spiegel.de

Montag, 12. Juni 2017

12.06.2017 - Kaiserreich



„Ich bin kein Imperiumsnostalgiker“, sagt Gerwarth. „Aber ich finde, dass es im österreichisch-ungarischen Kaiserreich vergleichsweise gut geklappt hat. Die großen Zwischenkriegsromane sind von ehemals habsburgischen Juden geschrieben worden. Sie hatten in jener Zeit Rechtssicherheit und ein Maß an Gleichberechtigung, das ihnen die Nachfolgestaaten, also aggressiv nationalistisch auftretende Regime, verwehrt haben.“
 
Manches spricht dafür, die Jahre nach 1918 im Sinne osteuropäischer Historiker als Zeit eines „erweiterten europäischen Bürgerkriegs“ zu deuten. Der Untergang der großen Reiche und die Auflösung ihrer Suprastrukturen führten zur Entfesselung ethnischer Konflikte, die nur gewaltsam unter Kontrolle zu bringen waren. Kein Zufall, dass Stefan Zweigs Autobiographie „Die Welt von gestern“ wieder hochaktuell geworden ist. „Die dort aufgeworfenen Fragen“, sagt Gerwarth, „bleiben unbeantwortet und treiben uns bis heute um.“

Historiker Robert Gerwarth: Eine „Ost-Erweiterung“ in der Deutungsgeschichte dieses Krieges
Sein Fach hilft, die Wurzeln der Fragen zu erkennen, die wir uns zu stellen haben, sagt der Historiker Robert Gerwarth. Unlängst hat er ein Buch über die Verlierer…