Samstag, 30. September 2017

30.09.2017 - Spießiger Rausch

Gier und RauschgiftWELT: „Eine krankhafte Gier, die sich nur durch Sex befriedigen ließ
Wegen sexuellen Missbrauchs muss der ehemalige bayerische SPD-Landtagsabgeordnete Linus Förster für fast vier Jahre ins Gefängnis. Förster hatte gestanden, sich an zwei Frauen vergangen zu haben.
 

Auf der Anklagebank sitzt ein Mann mittleren Alters, dessen starres Gesicht so fahl und grau ist wie sein Hemd. Gefesselt wurde er in den Saal gebracht. Die wenigen Blicke, die er ins Publikum wirft, wirken leer und stumpf.
Was ihn künftig erwartet, etwa bei der Suche nach einer neuen Existenz, wird kein „steiniger Weg“ sein, wie die Staatsanwältin prophezeit. Er ist am Ende. Erledigt, fertig, aus, für ziemlich lange wohl.
 

Dr. Linus Förster, 52, einst beliebter und bekannter Augsburger SPD-Landtagsabgeordneter, hat sich selbst zerstört, politisch und menschlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich.“
 

… alles ist möglich … das sind die Versprechungen der linksliberalen Prediger der Hedonisten-Bewegung (die an Teufelanbetung grenzen) ...
Nach dem Motto: jeder ist frei geboren - und hat das recht, umfassenden und glücklichen Sex zu bekommen ... auf Erden und im Internet ....
 

War das Grundgesetz für dieses Sozi-Sexverhalten ... in den 30ger Jahren - vor allem in Sozi-Schweden???  Siehe auch Maximilian Harden und die Eulenburg-Affaire, Euthanasie nach dem Mooto "Frei, sportlich, gesund, wer arbeitet soll auch essen..."
 

 Beobachten auf SPD-Parteitagen ... in 20ger und 30ger siehe Joseph Roth … und die großen/weimarerischen  Sozi-Sehnsüchte waren ihre Nazi-Sozialversicherungen, KdF-Kuren, der KdF-Urlaube, Volksempfänger, Volks-Käfer, die 5.000-Reichsmark-Hitler-Häuser, Jugendlager für die Kinder ... alles vergessen? Typisch Spießer...

29.09.2017 - HUG-JDU



 Kölner Stadt-Anzeiger
„Kommunikationsdirektor des Erzbistums Köln Ansgar Mayer am Wahlabend auf Twitter einen sarkastischen Kommentar zum Abschneiden der AfD im Osten Deutschlands absetzte: „Tschechien, wie wär’s? Wir nehmen Euren Atommüll, Ihr nehmt Sachsen." - Inzwischen hat sich Mayer für seinen „sehr spitzen, privat verfassten Kommentar“ entschuldigt. Er sei „leider ähnlich missverstanden worden“ wie einst Hiob im Alten Testament, der seine Gegner fragt: „Wollt ihr mich wegen meiner Worte tadeln und merkt nicht, dass Verzweiflung aus mir spricht?“
Jürgen Dieter Ueckert: Verzweifeln ist zutiefst christlich - und verzeihen ... und dazu - es war sehr pointiert geschieben ... phantastisch, klug, witzig  ... auch wenn ich anderer Ansicht bin. ... Wut und Zynismus ... erinnert an wenig demokratischem  Bewusstsein ...da schimmerte ein wenig SED-Funktionär durch ... jetzt halt katholischer Funktionär...
Ernst Walter Hug: Und von wem hat er's bei Radio Regional gelernt????
Jürgen Dieter Ueckert: Tja - ich sage ja: er ist klug und witzig. Dazu frech, sehr stechend in seinen Argumenten, geistreich ... ich liebe seinen Stil - auch beim Fußball ...  in diesem Fall Sachsen riechen mir seine Worte nach verzogenes West-Bürschchen ... mit starkem Unterschichten-Jargon ... nach dem Luther-Wort, die Juden sind schuld - aber mit ihnen in die Synagogen  ... ähnlich  kennen wir im England-Hass  gegenüber den Walisern,  Schottland, Irland ... Ansgars Worte  riechen mir zu streng nach Kolonialismus und nach Rassismus (auch wenn ironisch)  ... das hat in der katholischen Kirche ja eine grausame Tradition. Ansgar riecht mir in seinem klugen Kopf wie selbstverliebter Gockel ...Kannst Du Dich erinnern, dass ich ähnlich argumentiert war????

Ernst Walter Hug: Wenn man in einer katholisch-protestantischen und schwäbisch-fränkischen Grenzregion (Bühlerzell-Geifertshofen) aufgewachsen ist, kann man so geprägt werden...  und nein: gockelig warst Du nicht. Zumindest hab ich's im 'fernen' Hall nicht so empfunden. Hohenlohe/Hall im Regional, das war zumeist ich, (und ich bin kein gebürtiger Hohenloher oder Haller)... - und in meinen 'Hohenloher Schnipseln' hab ich die Region ja ausgiebig auf die Schippe genommen... nur was da in der Redaktion (und von Dir) drüber geredet und gedacht wurde... who knows (?)

Jürgen Dieter Ueckert: Ich bin in Mecklenburg-Pommern geboren; von meinen (erst kommunistischen / dann antikommunistischen) Eltern haben mich nach West-Berlin (gegen meinen Willen, ich war als 9-jähriger glühender kommunistischer "Junger Pionier") verschleppt; dann bin im "Westen" freiwillig ins Seminar nach Künzelsau (Internat) gegangen, weg von den unpolitischen Eltern, den kleinbürgerlichen Menschen. Mein Meck-Pomm (Illyrien) war jetzt mein Hohenlohe, meine Heimat, selbsterkannt, selbsterschaffenen und heiß geliebt. Ich fühlte mich hier wohl. Künzelsau, Tauberbischofsheim, Crailsheim, Waldenburg, Öhringen und Hall ... und Hall war meine Kulturhauptstadt (neben Stuttgart). In Kü’au wurde ich SPD-Genosse (nicht aus Überzeugung, sondern um dem Vater den humanen Sozialismus zu zeigen - gescheitert), ich organisierte den ersten Schülerstreik in Künzelsau, spielte richtiges Theater in der Schule, machte Lesungen über Kästner und Tucholsky ... und organisierte Jugend-Wahlkampf 1969 für Willy Brandt. Und kämpfte mit Diskussionen gegen die NPD (keine Schlägereien). Trat aus der evangelischen  Kirche aus, nachdem ich 1969 beim Stuttgarter Kirchentag mit Mitorganisator der Jugendhalle war. Und ich wollte katholisch werden - Jesuit... gescheitert – wegen Zölibat; ich war sexsüchtig.  …. Deine Radioberichterstattungen für RRH aus Hohenlohe wären toll ... der SDR aus Stuttgart wurden wir sehr gelobt - als Konkurrenz - trotz der mangelnden technischen Unterstützung für Hohenlohe aus der Heilbronner Stimme. … Und wir bildeten Volontäre aus - gute Leute: Werner Reuß (BR), Ulla Fiebig (Tagesschau ), Ansgar Mayer (kath. Kirche Köln), Wolfram Heger (Daimler), Jens Nising SWR), Stephanie Haiber (SWR), Nils Kinkel (NDR), etc. ... wir waren Pioniere ins private Radio-Nichts, hatten ins Seichte abzurutschen, in ein Radio TON - das war wirtschaftlich so gewollt …

Donnerstag, 28. September 2017

28.09.2017 - Sozi-Pack

Die Sozis sind wieder eine Partei des Lumpenprolatariats. Andrea Nahles, SPD-Fraktionsvorsitzende, über die Union: „Und ab morgen kriegen sie in die Fresse.“ ... Das hat gerade noch gefehlt - in der Proleten-Partei ... 

Johannes Kahrs, schwuler SPD-Bundestagabgeordneter aus Hamburg, proletete, man habe jetzt im Bundestag mit den neuen AFD-Abgeordneten einen Haufen "rechtsradikale Arschlöcher"... 

Einfach toll - jetzt haben wir Rechtsradikale und bei den Sozis einen Haufen "linksradikaler Arschlöcher" und gnadenlose Verlierer ... denen wir demnächst auf die Fresse hauen können ... 

Einfach ordinär - diese Sozi-Unterschichten ... eben PACK ...
 

Deutschland nach der Wahl 2017 ... dieses Ergebnis haben wir Union und den Sozis zu verdanken - von allem Angela Merkel... deshalb: „Angela Merkel hat die CDU zugrunde regiert. Und solange sich die CDU nicht aus ihrer lähmenden Treue zu Merkel löst, wird sie die vielen verprellten AfD-Wähler nicht zurückgewinnen können.“ (Wirtschaftswoche)

Mittwoch, 27. September 2017

27.09.2017 - Stasi-Strategie

Merkel hat bis zu ihrem 35. Lebensjahr ihre Politik in einer roten Diktatur gelernt … die FDJ-Sekretärin in der Stasi-Nähe. Jetzt - bei ihrer Union-Wahlklappe von einem Minus über 8 Prozent bei der Bundestagswahl sieht sie keine Fehler bei sich. Das ist Diktatur-Ideologie pur. 

Was in klassischen Demokratie zum sofortigen Rücktritt des Primeminister oder Ministerpräsidentern bringt, macht im Zwei-Diktaturen Deutschland das Wahlvolk nur zum Biedermeier-Abnicken, insofern ganz traditionell und spießig zum parteilichen Kasernen-Marschieren...
 

Das ist die lustige AfD-Spaltung von Stasi Manier - wie Merkel es sich offenbar wünscht… 

Siehe heute  BILD: ‚Jetzt wanzt sich Noch-NRW-AfD-Boss Marcus Pretzell an die CSU heran. Er hatte mit seiner Frau, AfD-Chefin Frauke Petry, den baldigen Partei-Austritt angekündigt. 

Wie es mit dem Polit-Paar jetzt weiter geht, deutete er im ZDF an: Derzeit gebe es in Deutschland „nur eine relevante Volkspartei, das ist die CSU“.‘

Caesar: Divide et impera (teile und herrsche) ...

Dienstag, 26. September 2017

26.09.2017 - DDR2.0

Merkel-Deutschland?
Das Afd-Deutschland, von diesem die linksliberale Gazetten momentan berichten, gibt es nicht. Ich sehe die AfD-Partei bei 13 Prozent - im Bundestag ... das aber gibt es: Dieses hedonistische Deutschland von links … soll es geben ... dabei gibt es dieses Land Deutschland in der Mitte Europas mit seine vielen negativen und positiven Epochen … wer Deutschland nur seit 1989 will, der lügt sich in seine Hirnschale ... denn zu Deutschland gehören gehören die Römerzeit, die Germanen-Zeit , die Mongolen, der hundertlange Judenhass, der Hass zwischen den Protestanten  und Katholiken, der 30 jährige Krieg, die Aufklärung, die Klassik, die Romantik,  der Kolonialismus, der Nationalismus … das alles das auszublenden in der deutschen Historie wäre eine freche und unverschämte Lüge — wie es die linken und grünlichen Hedonisten heute wollen ... Deutschland sind mehr als die Diktaturen Nazi-Zeit und DDR ...  und die merkelsche DDR2.0 ...

25.09.2017 - Nazi-Schuld

Die Schuld der Eltern—Generation ... Quatsch - mein Vater war 1933 zwölf Jahre alt, 1939 war er 18 Jahre alt, meine Mutter war 1933 zwölf Jahre alt, 1944 war sie 23 Jahr alt und Kriegerwitwe. 

Meine Eltern waren niemals in einer Nazi-Verein, nicht mal in der HJ noch im BDM. 1947 kam mein Vater aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und wurde Kommunist. Und heiratete die Kriegerwitwe. 

1953 trat mein Vater der SED aus - wegen: eine sozialistische Arbeiterpartei, die auf streikende Arbeiter schießt, kann nicht kommunistisch oder sozialistisch ein. ... Meine Eltern sind schnell lange tot. Die deutsche Geschichte ist entschieden komplizierter als dumme Sprüche klopfen ... vor allem dumme Antifa-Sprüche.
 
Wer kennt sie nicht …. Die komischen und grünlichen Polit-Kommissare, die uns beherrschen wolle, und deren Väter und Großväter brav einst in Himmlers SS dienten und kämpften, deren Weiber in ihren Duttfrisuren und ungeschminkten Fressen und in Sandalen in deutschen Reformhäusern einkauften  .... und ihre Öko-Kräutergärtlein von Nazi-Häftlingen pflegen ließen ... wer kennt sie nicht … erst bei den Sozen, jetzt bei den Grünlichen ... die Gouvernanten für Deutschland ...

24.09.2017 - Nachdenken

Meine ganz private Perspektive am 08.09.2017 - für die Wahl am 24.09.2017 - nach täglicher Medien-Lektüre - und vielen Gesprächen  ....
Union 34 Prozent;
SPD 22 Prozent;
Afd 13 Prozent;
Linke 10 Prozent;
FDP 9 Prozent;
Grüne 7 Prozent;
Andere 5 Prozent...
 Das sagte ich hier bei Facebook ...
Und jetzt erwarte ich ruhig das vorläufige Endergebnis ...


Freuen wir uns auf einen unterhaltsamen Abend
Sollte die Union also am heutigen Wahlabend – wofür zunehmend mehr spricht – weit entfernt von jenen über 40 % landen, die sie noch vor wenigen Monaten in den Umfragen hatte und von denen die Parteiführung träumte, darf sie sich bei der Merkel-Altmaier-Tauber-Kolonne bedanken, die in ihrem Elfenbeinturm überhaupt nicht mehr begriffen hatte, was in der Republik abgeht. Und SPD-Zaubermeister Schulz, dem sogar ein Ergebnis unter 20 Prozent am Wahlabend drohen könnte, sollte sich schon einmal nach der nächsten Zugverbindung nach Aachen erkundigen. Denn die letzten, nicht veröffentlichten Umfragen sahen die Union zwar noch bei 34 % – doch mit deutlichem Abwärtstrend, während die SPD mühevoll auf 22 % schöngerechnet wurde. Dabei allerdings wurden die recht hohen Anteile der Briefwähler wegen Unberechenbarkeit nicht berücksichtigt. Und die „Unentschiedenen“ lagen immer noch bei knapp 40 %.
Insofern: Freuen wir uns auf einen spannenden Wahlabend und auf lange Gesichter. Und auf die Erklärungsversuche von Ergebnissen, die vielleicht ganz anders aussehen, als manch einer sie erhofft hatte. DSDS, Big Brother und selbst Dschungelcamp werden in ihrem Unterhaltungswert deutlich verblassen gegen das, was uns heute am Wahlabend auf allen Kanälen geboten werden wird.

Samstag, 23. September 2017

23.09.2017 - Wahrheit

Wahrheit, Verantwortung, Gerechtigkeit
Geht es nach dem, was die Medien vermitteln, gibt es im Rahmen der Bundestagswahl kaum Themen, die die Bürger wirklich polarisieren und entsprechen an die Wahl-Urnen treiben werden. Wie so oft liegen sie falsch. Dabei sind die Themen ganz offensichtlich: Es geht um Wahrheit, Verantwortung und Gerechtigkeit.
Um die Wahrheit geht es, weil in den wenigen vergangenen Jahren so viel Unwahrheit durch Regierung und Medien verbreitet worden ist. Die geistige Last, unter dieser Unwahrheit zu leben, hat seit den wildesten Monaten des Jahres 2015 nicht nur beklemmende, sondern sogar erdrückende Ausmaße angenommen. Nur noch schlimmer wird es dadurch, dass es inzwischen stapelweise Evidenz dafür gibt, dass sich die Sorgen und Warnungen aus 2015 bestätigt haben – aber niemand eine Konsequenz daraus zieht. Gestiegene Kriminalität durch Zuwanderer, Terroristen unter den Flüchtlingen, die zum Teil bereits in Syrien Verbrechen begangen hatten, zum Teil erst in Europa Verbrechen begehen, dafür keine Spur von „Fachkräften“ und Ärzten, massive Kostenbelastungen – all das wird mittlerweile berichtet, aber niemand zieht laut und öffentlich die einzig konsequente Schlussfolgerung basierend auf dieser Evidenz: Dass die Politik der Bundesregierung und insbesondere der Bundeskanzlerin im Jahr 2015 grundfalsch und schädlich war.

22.09.2017 - Berlin 1991

Berlin – eine deutsche Hauptstadt? Von Jürgen Dieter Ueckert


Berlin als deutsche Hauptstadt war seit 1871 nicht nur, aber auch ein Kasernenhof, dessen Kadavergehorsam des Weltmacht spielenden kleindeutschen Hohenzollernreichs die deutsche Götterdämmerung vorzubereiten half.

Berlin als deutsche Hauptstadt war danach nicht nur, aber auch Tummelplatz linker, rechter und vor allem mittelmäßiger Politik der fiebernden Weimarer Republik, die geistige Brutstätte für die Schlachthöfe des mörderischen Naziregimes, die hochsubventionierte Frontstadt des Westens und grausame Verwaltungsmetropole des verbrecherischen SED-Regimes.

Bonn dagegen steht für mehr als 40 Jahre parlamentarische Demokratie in Deutschland und für die Tradition eines gesamtdeutschen Rechtsstaates der Paulskirche.

Zugegeben – eine harsche Begründung für die demokratische Tradition der Bonner Bundesrepublik Deutschland, eine Begründung, die gegen ein Deutschland autoritärer und zentralistischer Prägung mit Wasserkopf-Kapitale Front machen will.

Berlin ist Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschland Ost und West, wie im Einigungsvertrag festgelegt. Noch ist Bonn Regierungs- und Parlamentssitz für das gesamte Deutschland.

Aber das neue, 1990 entstandene Deutschland hätte jetzt einen Bruch mit einer unseligen Berliner Hauptstadt-Tradition nötig, weil die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer kurzen Tradition westlicher Prägung von Demokratie in Staat und Gesellschaft erfolgserprobt und zukunftsversprechend ist.

Was interessieren da Sonntagsreden von Politikern aus der Nachkriegszeit in der alten Bundesrepublik, die heute nur noch das sind, was sie immer waren: Sonntagsreden eben. Die Zeiten wandeln sich. Und der Alltag in der neuen Bundesrepublik Deutschland hat uns schon längst eingeholt.

Deutschlands Zukunft ist auf den Werten jener erfolgreichen, westlich orientierten deutschen Politik gegründet, für die Bonn steht.

Das verpflichtet
– für den gesamtdeutschen Regierungs- und Parlamentssitz in Bonn. Und daneben haben wir ja noch die vertraglich festgelegte deutsche Hauptstadt und Metropole Berlin.

Der Autor ist Leitender Redakteur Aktuell bei Radio Regional Heilbronn.
Heilbronner Stimme, 22. Juni 1991

21.09.2017 - Diktatur

Deutsche Diktatur?
Ich bin misstrauisch — gegenüber einer Demokratie in Deutschland ... denn zu einer richtigen Demokratie gehört Toleranz gegenüber Andersdenkend, etc. …
Deutschland hat traditionell eine starke Tendenz zu Diktatur … eine zu starke Tradition zu zwei Diktaturen im letzten Jahrhhundert. Zu kommunistischen und nationalsozialistischen Militär-Diktaturen...
Zur richtigen Demokratie gehören linksradikale Parteien,  rechtsradikale Parteien (wie auch in den USA), linke und rechte Parteien, konservative Parteien, liberale Parteien, christliche Parteien, auch muslimische, jüdische und atheistische Parteien, grünlichen oder grüne Parteien ... oder auch humoristischen Parteien.
Politische Parteien können vom  höchsten Gerichte verboten werden — wenn sie eine Diktatur oder Militär-Diktatur wollen, anstreben ... ansonsten können Parteimitglieder in einem Land angeklagt werden, wenn sie sich strafbar gemacht haben ... und als Verbrecher verurteilt machen.
Widerlich jedoch sind jene Prediger für das politische Hexenverbrennen von Gegnern und Kritikern .... Antifa, politische Verbrecher, politische Mafiosi, etc. ...

20.09.2017 - Schlechttest

Das letzte ZDF-Politbarometer misst die SPD mit der bisherigen Schlechtest-Note von 21,5 Prozent. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags stellt nach einem Bericht der WELT in einem Gutachten fest, „dass die Bundesregierung bis heute nicht erklärt hat, auf welcher Rechtsgrundlage sie damals entschied.” 
Kurz vor der Bundestagswahl ist das Rechtsgutachten des fachlich renommierten Parlamentsdienstes, das auf einen Auftrag der Abgeordneten Sevim Dagdelen von der Fraktion Die Linke hin erstellt wurde, ein absoluter Tiefschlag für Merkel, das ganze Kabinett und einen Bundestag, der es hingenommen hat, über eine so essentielle Frage weder zu debattieren, noch eine Abstimmung zu fordern. Gestern Nacht erklärte Claus Kleber bei Lanz im ZDF, was immer man über die Grenzöffnung denke, rechtlich sei sie nicht zu beanstanden. Der Wissenschaftliche Dienst stellt mit der Bundesregierung auch die allermeisten Medien in den Regen. Jedes Medium hätte diese Rechtsfrage auch selbst prüfen lassen können.
Unter 22 Prozent ist für die SPD in der Schlussrunde ein verheerendes Signal, wie exakt das Politbarometer auch immer misst. Dass die Forschungsgruppe gleichzeitig die AfD bei 11 und die FDP bei 10 Prozent zeigt, muss altgediente Genossen um den Schlaf bringen: AfD und FDP zusammen so stimmenstark wie die einstmals große SPD. Volksparteien ade.
Nach dem lange langweiligen Wahlkampf schauen viele dem Sonntagabend nun gespannt entgegen. Danach werden wir auch wissen, wie viele bisher tatsächlich noch Unentschlossene und für wen die Dramatisierung der letzten Tage in Gang gesetzt haben wird.
Fritz Goergen

Dienstag, 19. September 2017

19.09.2017 - Erfolge

Erfolge – und ein Skandal?
„Insgesamt können wir zu­frieden sein. “ - So lautete ein vorläufiges Fazit des Verwaltungsdirektors am Heilbronner Stadttheater, Jürgen Frahm, beim Mai-Theater-Stamm tisch, einer allmonatlich ab­laufenden Veranstaltung des „Theaters Heilbronn". Seine Rechnung: In der vergangenen Spielzeit 1982/83 - der ersten im neuen Haus am Berliner Platz - hatte das Stadttheater rund 172.000 Besucher ge­zählt. Jetzt, das heißt Ende April 1984, zählte man schon 139.500 Besucher. Hochge­rechnet auf die Spielzeit 1983/84 würde das heißen:  185.000 Zuschauer, ein neuer Besu­cherrekord in Heilbronn.


Die Platzausnutzung im Gro­ßen Haus habe, so Frahm, in der laufenden Spielzeit bisher 89 Prozent betragen, in den Kammerspielen sogar 90,5 Pro­zent. Die Platzausnutzung bei einzelnen Stücken, laut Jürgen Frahm: „Beckett oder die Ehre Gottes" 84,7 Prozent, ,,Im wei­ßen Rössl" 99 Prozent, „Kri­stallklar" 93,5 Prozent und „Wie man was wird im Le­ben ..." 90 Prozent. Unver­kennbar sei im Kammertheater am Berliner Platz, so Frahm, der Hang der Zuschauer zum Boulevardtheater.

Die Eigeneinnahmen des Theaters Heilbronn hatten im Rechnungsjahr 1983 2,6 Mil­lionen Mark oder 27 Prozent des Theater-Haushalts betra­gen (Bundesdurchschnitt rund 12 Prozent). Die Stadt Heilbronn hatte dem Theaterbe­trieb mit 3,3 Millionen Mark unter die Arme gegriffen, der Anteil des Landes Baden-Württemberg lag bei 3,5 Mil­lionen Mark und der Landkreis Heilbronn konnte lediglich 20.000 Mark beisteuern.

Bis zum Ende der laufenden Spielzeit 83/84 wird es noch folgende Premieren am Heil­bronner Theater geben: Im ,,Großen Haus" am Berliner Platz inszeniert der Intendant Klaus Wagner Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan" (Premiere am 17. Mai 1984, 19:30 Uhr), und in den Kammerspielen wird am 23. Mai 1984 um 20 Uhr Frederico Garcia Lorcas „Und sie legen den Blumen Handschellen an", eine Gemeinschaftsregie der beteiligten Schauspieler, aufgeführt werden. Peter Lüdi ist der Regisseur der Farce von Philip Kings „Lauf doch nicht immer weg“, die am 2. Juni im Großen Haus Premiere haben wird. Das Stück soll auch in der kommenden Spielzeit am Heilbronner Theater zu sehen sein, ebenso wie die Erfolgs­inszenierung der laufenden Spielzeit „Das Weiße Rössl", eine Arbeit von Franz Winter.

Eröffnet wird die neue Spiel­zeit 1984/85 mit Tankred Dorsts „Merlin“. Inszenierung: Franz Winter. Der Wiener Re­gisseur und Burgschauspieler Winter soll in vier Stücken der kommenden Spielzeit Regie führen. Intendant Klaus Wag­ner will drei Stücke inszenie­ren. Außerdem sollen - so ist die Planung- die Regisseure Peter M. Preissler, Peter Lüdi und Matthias Gärtner wieder am Heilbronner Theater ar­beiten.

Der „Theater-Skandal“  der laufenden Saison, der Theater- Ball des Stadttheaters, scheint für die Theaterleitung kein „Reizthema" zu sein: „Wir können es uns nicht leisten, den Eintrittspreis für einen Theater-Ball zu subventionie­ren." - Achtzig Mark wird eine Eintrittskarte für den Ball am 19. Mai 1984 kosten. Darin ist die Teilnahme an einem „Schlemmerbuffet“ auf drei Etagen des Hauses beinhaltet.

Von den 648 Karten, die ins­gesamt 51.840 Mark einbringen werden, sollen laut Aus­kunft des Theaters bis zum Dienstag dieser Woche schon rund 450 verkauft worden sein. Verwaltungsdirektor Jürgen Frahm „ Wir kriegen es voll. Es läuft ausgezeichnet." Der Theaterförderverein wird in

Zusammenarbeit mit den Theaterfreunden eine Tombo­la durchführen, bei der 3.000 Lose zu je zehn Mark unters Ball-Volk gebracht werden. Hauptgewinn: ein Automobil.

Ort des Ball-Geschehens ist der Vorplatz und das Foyer des Theaters am Berliner Platz. Der Ball soll um 19.30 Uhr be­ginnen - am Theaterbrunnen wird ein Empfangscocktail ge­reicht, dazu gibt es ein Vorpro­gramm. Dann soll es feierlich durch die Kammerspiele ge­hen, vorbei an der Tombola, hin zu den Tischen mit ihren 648 Plätzen. Im Hauptfoyer wird ein achtzehn Meter lan­ger Tanz-Parkettfußboden aus­gelegt werden.

Zum Tanze spielen die Stutt­garter Bands „Dancing Que­en" und die „Nice-Kemmer- Band". Das Programm bietet außerdem Gesangseinlagen der Heilbronner Sängerin Margerita Cantero, die aus dem karibischen Raum stammt, sowie Lieder, die von Ilja Rich­ter vorgetragen werden sollen. Eine „Mitternachts-Show" ar­rangiert von Madeleine Lienhard, bei der Songs aus den am Heilbronner Hause gezeigten musikalischen Produktionen gesungen und vorgeführt wer­den, ist außerdem angesagt.

Durchlöchert wird die Thea­ter-Ankündigung, daß der Ball im Theater nicht subventio­niert werde, durch die Tatsa­chen, daß er im Hause am Ber­liner Platz stattfindet, also ein Teil des Ensembles „kosten­los" zur Verfügung steht, Putz- und Garderobendienste arbei­ten und die Theater-Werkstätten die Ausstattung besorgt haben.  Der Grundsatz der Chancengleichheit für alle das Theater subventionierenden Bürger ist somit nicht gewahrt. (JDU)

18.09.2017 - Provinz-Theater

Ilja Richter sagt, der Inten­dant Klaus Wagner sei ein un­ermüdliches Theaterpferd. Dem kann man als Beobachter voll zustimmen. Seit Wagner das Heilbronner Theater leitet, hat es Zuwächse, die es gleich­berechtigt neben andere deut­sche Stadttheater stellt.

Angetreten ist Wagner vor rund vier Jahren mit dem Leit­satz „Vielfalt und Überra­schung“. Heute sagt er auch (beim Mai-Theater-Stammtisch): „Gewöhnung ist eine kulturelle Erfindung der Welt, keine bürgerliche Notwendig­keit. “ Wagner als Figaro des Theaters, der vieles auf einmal will, der Gegensätzliches - und sei es noch so weit von einander entfernt – verbinden möchte. Die ganze Welt auf die Bühne.

Was kommt bei diesem Bie­gen und Brechen heraus? Stücke von Brecht, Nestroy, Les­sing, Tankred Dorst, Margaret­he von Trotta oder Tennessee Williams, Philip King, Neil Si­mon für den Spielplan 1984/85. Deutsche Stadttheater-Durchschnittsware? Zum Teil. Das muß wahrscheinlich so sein, um in Heilbronn ein er­folgreiches Theater zu leiten.

Klaus Wagner will Provinz­theater machen. Mit all seinen Stärken und Schwächen. Das ist ihm bisher gelungen. Zuvor hatte Heilbronn einen Ab­klatsch davon. Ein Schelm, der jetzt Schlechtes dabei denkt. (JDU)

17.09.2017 - Schiller

Schillers Büste und die Räuber im Theater

Ein Kultur-Schultes und die Räuber

Von Jürgen Dieter Ueckert

INTRIGE und Macht sind Bestandteile von Politik - auch im kommunalen Bereich. Harry Mergel, SPD-Fraktionschef im Heilbronner Gemeinderat, soll neuer Kultur-Bürgermeister werden. Laut Vereinbarung zwischen CDU und SPD. Die neue Fraktion aus Freien Wählern und Liberalen (6 Sitze) hätte mit der CDU (16 Sitze) zusammen eine Mehrheit. Nico Weinmann, Stadtrat aus dem Lager der Frei-Liberalen, stand schon bereit. Aber das "bürgerliche Lager" hatte sich bei der Abstimmung über den Theaterhaushalt selbst gesprengt: Die Frei-Liberalen stimmten mit der SPD gegen CDU und OB. Sicherheit gegen Lavieren, lautet jetzt der schwarz-rote Kampfruf.

SCHURKEN und Gutmenschen vermengen sich in Friedrich Schillers Die Räuber. 1759 wurde der spätere deutsche Klassiker in Marbach geboren; 1805 starb er in Weimar. Die Arbeit an dem Sturm- und Drang-Drama Die Räuber begann er mit 18; Uraufführung war am 13. Januar 1782 in Mannheim. Goethes Urteil über die Räuber: "Rohe Großheit, gezeugt im widernatürlichen Beischlaf der Subordination mit dem Genie."

BEIM SCHULTES-POKER in Heilbronn opfert die SPD ihren Baubürgermeister Ulrich Frey (57), um Harry Mergel (49) zunächst als Nachfolger des CDU-Ordnungsbürgermeisters Artur Kübler (57), ab 2006 dann als Kultur-Bürgermeister durchzusetzen. Die Stillosigkeit, mit der Frey der Stuhl vor die Tür gesetzt wurde, hat mit der vielbeschworenen Solidarität unter Genossen nichts zu tun. Mehr mit der Politik-Steigerung: Feind, Todfeind, Parteifreund. Jetzt wird den Genossen vorgeworfen, dass bei ihrer Politik Charakter zur Nebensache verkomme.

DAS THEATER glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Tür. Es war eine allgemeine Auflösung wie ein Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht." So ein Premierenbesucher über die Mannheimer Uraufführung von Schillers Räubern. Nichts davon am Freitagabend in und nach der Premiere der Räuber-Inszenierung von Andreas Nathusius am Heilbronner Stadttheater.

FREUDE über die Entscheidung für den SPD-Mann war auch beim Jahresempfang des Heilbronner Theatervereins hörbar. Hanne Jacobi, die Vorsitzende: "Bei Harry Mergel, da bin ich überzeugt, ist die Kultur, und damit auch unser Theater in besten Händen. Ich frage mich allerdings, warum diese Lösung nicht schon 2005 praktiziert wird." - Auch Dr. Martin Roeder-Zerndt, Intendant des Stadttheaters, war die Freude ins Gesicht geschrieben. Am Freitag war er noch fest davon überzeugt, dass Harry Mergel im Juni 2005 Kulturdezernent wird. Das Rathaus dementierte am gleichen Tag jedoch diese Vermutung. Der designierte Kulturdezernent bei der Räuber-Premiere: "Darüber wird momentan gesprochen."

DIE BÜSTE Friedrich Schillers, die zunächst auf der Allee, dann von 1960 bis 1993 hinter der Harmonie stand und lange im Museumsmagazin ihr Dasein fristete, wurde am Freitag (28. Februar 2005), kurz vor der Räuber-Premiere, als Leihgabe im Foyer des Stadttheaters aufgestellt. Die Idee wurde beim Jahresempfang des Theatervereins geboren - und ganz unbürokratisch in die Realität umgesetzt.

BLUT, STEINE, NACKTHEIT - das erinnerte Premierenbesucher doch stark an Theateraufführungen, die sie vor 25 Jahren in Berlin gesehen hatten. Die Heilbronner Räuber-Inszenierung gebiert keine neuen Sehweisen, sondern karikiert den Olympier Schiller gelegentlich. Wenn Schiller hören würde, an welchen Stellen in Heilbronn gelacht wird, er würde ... Die Schauspieler geben kaum Dialoge, sondern deklamieren ihre Texte vielfach frontal ins Publikum: die Bühne als moralische Anstalt. Eine saufende Studentenhorde, die stark an schlagende Verbindungen erinnert, mutiert wie selbstverständlich zur terroristischen (Räuber-)Bande. Die Brüder Franz und Karl sind in dieser Interpretation gleichermaßen un- und sympathisch. Folgerichtig liefert sich Räuberhauptmann Karl Moor auch nicht zum Schluss der Justiz aus, sondern opfert lediglich seine Geliebte der Bande: "Ich habe Euch einen Engel geschlachtet."

RACHE PUR für ihr unerfülltes Leben leitet die Brüder Moor in Heilbronn. Die Inszenierung erinnert an Filme: Obelix und Asterix mit Felsen balancierend, die Robin-Hood-Persiflage "Helden in Strumpfhosen" steht Pate bei der Räuber-Kostümierung, die Racheengel aus "Dogma" geistern über die Bühne, und Hannibal Lecters Leichen aus dem "Schweigen der Lämmer" garnieren den Bühnenhimmel. Alles durchaus erlaubt und sinnvoll, um Schillers Räuber-Horror für heutige Zuschauer anschaulicher zu machen.

SCHAUSPIELER sind die Attraktion dieser Räuber-Inszenierung. Schauen, Lauschen, Staunen - das und noch viel mehr rufen die durchweg guten Leistungen der Akteure beim Zuschauer hervor. An der Spitze ein spielwütiger Franz Moor des Benjamin Hille.
30.02.2005

16.09.2017 - ERNST VON SALOMON


Mitte der fünfziger Jahre, als "Der Fragebogen" auf Englisch erschien, schrieb die "New York Times", Ernst von Salomon gehöre nicht zu jenen Leuten, "die genug Liebe für ihr Vaterland besitzen, um zu schweigen und den Kopf zu senken".
Er hätte also -- und das war die Meinung vieler amerikanischer Rezensenten -- die Feder beiseitelegen sollen, erdrückt von Schuld. War er denn nicht auch tatsächlich der Prototyp jener schnarrenden, zynischen und am Ende kriminellen Preußen, welche die Welt seit Mars-la-Tour, Vionville und Sedan schaudern machten? War er, Sprössling einer preußischen Offiziers- und Beamtenfamilie, nicht tatsächlich in der Kadetten-Anstalt von Berlin-Lichterfelde zu einem jener Militär-Roboter dressiert worden, die zwei Weltkriege und den Mord an den Juden anzettelten? War er nicht, noch ein Schnösel von 17 Jahren, zu den deutschen Landsknechten ins Baltikum entlaufen? Hatte er nicht, mit "Hakenkreuz am Stahlhelm", gegen die Weimarer Republik geputscht und schließlich 1922 -- grausiger Höhepunkt einer durch Indoktrination, Milieu
und Verblendung vorgezeichneten Lebensbahn -- als Helfer mitgewirkt bei der Ermordung Walther Rathenaus. des Juden und "Erfüllungspolitikers"?
Nach Auschwitz könne man keine Gedichte mehr schreiben, hat Theodor W. Adorno gemeint. Aber er. von Salomon. schrieb -- ausgerechnet er: der "Fememörder". Zwar waren es keine Gedichte, sondern Erzählungen, Romane, Memorierendes, Huldigungen an "Preußen" allesamt, von seinem Erstling "Die Geächteten" (1930) an his hin zu "Die schöne Wilhelmine" (1965).
Und wie er schrieb -- plaudernd. der moralischen Abgründe ringsum scheinbar nicht achtend. schnoddrig und zynisch, wie gar Freunde meinten. Einen "Raconteur" hat man ihn genannt. "Wenn ich mich an die alten Sachen zu erinnern versuche", ließ er eine Figur seines "Fragebogens" sagen. "dann fallen mir immer zuerst die komischen Geschichten ein." Daß die Tochter des Berliner US-Botschafters Dodd bei der Begrüßung einer Diplomaten-Dame sich heimlich am Po kratzt -- er bemerkte es, und er berichtete es in dem "Fragebogen"-Buch" das doch eigentlich von Schuld handeln sollte. An anderer Stelle macht er sich über Ernst Jünger lustig, weil der geglaubt habe, er, Salomon, werde sich sein "Leben lang verzückten Angesichtes bemühen" brave Minister mit Revolverkugeln zu durchlöchern". Das steht da so -- spaßig, spöttisch, kahl. Kein Gedanke an Schmerz und Blut des "Ministers". kein Gedanke auch. daß Jüngers Verdacht gar nicht so komisch gewesen sein könnte -- oder doch? Koketterie also dann am Rande des moralischen Abgrunds>
"Leichtsinnig" hat man ihn genannt" und tatsächlich: Er war leichten Sinnes, kein Tiefsinner, aber auch kein hohler Kopf, wohl ein Plauderer. aber einer, der von den Schrecken seiner Zeit wußte und verstand, darüber im Konversationston zu reflektieren
eine seltene Gabe in Deutschland. Was denn eigentlich die Fememörder wollten? Seine Antwort: Ihre Attentate sollten "Fanale"
sein, Zeichen von "Verzweiflung".
Salomon. der Verehrer Preußens, ein Anarchist? So wunderlich war das gar nicht -- damals, als die Konservativen schriller "Revolution" riefen als die Sozialdemokraten.
Ernst Rowohlt, damals ein Sowjet-Freund, hatte ihn auf Anhieb gemocht, "ein Kerl", soll er gesagt und den "Bombenschmeißer" stolz unter den Literaten seines Verlages herumgereicht haben. Und Salomon mochte die "elefantenhafte Anmut" Rowohlts. Eine Lebensfreundschaft.
Schuld und Leichtsinn, Anarchie und Ironie -- der Stern in der Nacht war "Preußen". Er liebte das Künstliche, Nüchterne, Rationale dieses Staates und spottete über das "Hüpfen der Lämmer auf den Weiden" des übrigen Deutschlands.
Doch zum Schluß flüchtete er selber ins Idyll. In den Wiesen zwischen Luhe und Elbe siedelte er sich an. Dort starb er am Mittwoch letzter Woche.  
DER SPIEGEL

15.09.2017 - Zerrspiegel

Zerrspiegel in TV
Was hat Frau Glas, ein Herr Markwort, ein "Armutsforscher" etc. ... mit dem Leben normaler Leute zu tun ? Lauter Protagonisten, die vermutlich nicht in den Armenvierteln von München leben und deren Kinder nicht auf Brennpunktschulen sind/waren ... und die sich nicht in München um eine 3-Zimmer Wohnung anstellen werden etc. etc. ..  Sie sind schlicht unglaubwürdig und unauthentisch ... Wir bekommen in diesen TV-Shows entweder Millionäre, "Wissenschaftler" oder Politiker präsentiert ... also Mini-Gesellschaftsgruppen, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken. Vor diesem Hintergrund, lässt sich eine moralisch saubere Haltung viel besser vertreten, als wenn man sich um die Zukunft der Kinder sorgen machen muss. Was früher die Operetten-Inszenierung mit den grotesk geschminkten Darstellern waren (siehe Thomas Manns  "Krull" - der braune und schwarzhaarige Spanier-Sänger  mit seinen roten Echt-Haaren und dem bleichen und pickligen Rücken) ... das sind heute die wirklichkeitsfremden Shows mit den feisten und faltigen Pseudo-Meinungsmacher aus den Villenvierteln ---- im Fernsehen.

14.09.2017 - Wohl-Wählen

Hurra, es gibt sie noch!

Gestern nachmittag, während ich an der Urania mal wieder im Stau stand und die idiotischen Wahlplakate betrachtete („Zeit für mehr Gerechtigkeit“, SPD; „Für glaubwürdige Gerechtigkeit“ Linke), fiel mir plötzlich ein, dass in diesem Jahr etwas fehlte, das sich sonst in jedem Wahlkampf zu Wort meldete - eine sozialdemokratische Wählerinitiative, angeführt und organisiert von engagierten und widerständigen Künstlern, Schriftstellern, Musikern und Querdenkern wie Klaus Staeck, Johano Strasser, Iris Berben und Friedrich Schorlemmer. Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, passierte etwas Seltsames. Der Deutschlandfunk meldete, eine Wählerinitiative unter dem Namen „Aktion für mehr Demokratie“ habe zur Wahl der SPD aufgerufen. Unter den Erstunterzeichnern wären Klaus Staeck, Johano Strasser, Iris Berben und Natalia Wörner. 

Es war nicht meine erste parapsychologische Erfahrung. Es passiert ab und zu, dass ich an jemand denke, den ich lange nicht mehr gesehen habe, und Minuten später ruft er oder sie an. Keine Ahnung, wie so etwas möglich ist, aber es passiert eben. 

Heute früh setzte ich mich an meinen Laptop und googelte noch vor dem ersten Wacholdertee „Wählerinitiative SPD“. Die einzige Meldung, die ich fand, war ein kurzer Bericht in der Wiener „Presse“: Unter den 1.100 Unterstützern der „Aktion für mehr Demokratie“ aus dem Kunst- und Journalismusumfeld wäre auch die in Berlin lebende Österreicherin Eva Menasse.  

Ich googelte „Aktion für mehr Demokratie“ und wurde fündig. Hier und hier. Die Aktion wurde gestern in der „Ständigen Vertretung“ am Schiffbauerdamm vorgestellt. Das Presseecho war, sagen wir es höflich, dürftig. Aber die Liste der 1.100 „Persönlichkeiten“ ist umso eindrucksvoller. Ich entdeckte viele Idole aus meiner Kindheit: Manfred Bissinger und Wibke Bruhns, Freimut Duve und Katja Ebstein, Monika Griefahn und Hilmar Hoffmann, Oskar Negt und Gesine Schwan, Wolfgang Völz und Günter Wallraff, Uwe Wesel und Uwe-Karsten Heye, Hans Eichel und Heidemarie Wieczorek-Zeul. Allerdings auch, als Vertreter der jungen Generation, den hyperaktiven Klaas Heuer-Umlauf, der sich seit kurzem „engagiert“.

Elf Tage vor der Wahl trat die Initiative in das Gaslaternenlicht der Öffentlichkeit. Es hat wohl mehrere Wochen gedauert, 1.100 Leute zu mobilisieren. Jetzt frage ich mich, was die wohl wählen werden. Doch nicht etwa die SPD?

Hendrik M. Broder

13.09.2017 - Freiheit

Werkzeug der Freiheit
Die Aufgabe der Verleger sei, sagte Döpfner auch mit Blick auf den sich andeutenden Siegeszug der Künstlichen Intelligenz, „von historischer Tragweite“. Journalismus sei ein „Werkzeug der Freiheit“, der „Scheinwerfer der Aufklärung oder, eine Nummer kleiner, zumindest die Taschenlampe des mündigen Bürgers“. Mit seiner Taschenlampe durchleuchtete Döpfner auch die hiesigen medienpolitischen Verhältnisse, und er teilte kräftig aus. In einem Nebensatz sagte Döpfner zur Ausbreitung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Internet mit Textangeboten, die zu den Online-Auftritten der Verlage in Konkurrenz treten, sich anders als diese aber nicht selbst finanzieren müssen, sondern zwangsweise von allen Bürgern mit dem Rundfunkbeitrag bezahlt werden: Gäbe es „nur Staatsfernsehen und Staatspresse im Netz“ – wäre das „eher etwas nach dem Geschmack von Nordkorea“. (FAZ)

12.09.2017 - Flüchtling

Deutschland hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen äusserst grossherzig gezeigt. Wie es mit der «Willkommenskultur» weitergeht, ist jedoch ungewiss. Die Kosten drücken gewaltig.
Indirekt bestätigt Entwicklungshilfeminister Gerd Müller derlei hohe Summen. Der CSU-Politiker rechnet vor: «Für eine Million Flüchtlinge geben Bund, Länder und Gemeinden 30 Milliarden Euro im Jahr aus. Das Geld wäre in den Herkunftsländern besser angelegt.» Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) kommt auf den Betrag von 50 Milliarden, den auch der Sachverständigenrat für 2017 errechnet hat. Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung kalkuliert mit bis zu 55 Milliarden Euro pro Jahr. (NZZ)

Montag, 11. September 2017

11.09.2017 - Ausdruck der Summe

"Denn die Gestalt ist das Ganze, das mehr als die Summe seiner Teile enthält. Ein Mensch ist mehr als die Summe der Atome, der Glieder, der Säfte, aus denen er besteht, eine Ehe mehr als Mann und Frau, eine Familie mehr als Mann, Frau und Kind. Eine Freundschaft ist mehr als zwei Männer und ein Volk mehr, als durch das Ergebnis einer Volkszählung oder durch eine Summe von politischen Abstimmungen zum Ausdruck gebracht werden kann."
Ernst Jünger: Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt

10.09.2017 - Perspektive?

Meine ganz private Perspektive - für die Wahl am 24.09.2017 nach täglicher Medien-Lektüre - und vielen Gesprächen  ....
Union 34 Prozent;
SPD 22 Prozent; 
Afd 13 Prozent;
Linke 10 Prozent;
FDP 9 Prozent;
Grünen 7 Prozent;
Andere 5 Prozent...

Samstag, 9. September 2017

09.09.2017 - Keifen

Die spiessigen Links-Journalisten keifen
Der gefährlichste Journalist Deutschlands trägt gerne offene Hemden, daran kann nicht einmal eine Begegnung mit der Bundeskanzlerin etwas ändern. Er pflegt eine Sprache, die auch Menschen verstehen, die nicht über ein Abitur verfügen. Seine Themen sind die Themen, über die Leute reden, wenn sie beim Abendbrot sitzen und keine Sorge haben müssen, dass man ihnen aus ihren Äußerungen einen Strick dreht: Warum steigt die Zahl der Einbrüche? Kann man nach Einbruch der Dunkelheit noch unbesorgt die U-Bahn nehmen? Warum ist es so schwer, Menschen, die kein Recht haben, sich in Deutschland aufzuhalten, in ihre Heimat zurückzuschicken?
Bis zum vergangenen Sonntag war Claus Strunz der Mann, der bei Sat.1 die "Akte" moderiert. Seit seinem Auftritt als einer der Gastgeber des sogenannten TV-Duells ist er der Journalist, der die Sprache aus Freital und Heidenau im Fernsehen salonfähig gemacht hat. Schon die Eingangsfrage an die Kanzlerin, ob sie sich für den Einzug einer rechten Partei in den Bundestag verantwortlich fühle, zog den Unwillen der Beobachter auf sich. Als Strunz dann noch ein Zitat verkürzt und missverständlich wiedergab und sich erdreistete, auf die Zahl der ausreisepflichtigen Ausländer hinzuweisen ("wann sind die weg?"), entlud sich über ihm das Empörungsgewitter.

Freitag, 8. September 2017

08.09.2017 - Wasser-Wein

Sozis predigen Wasser - und trinken heimlich Wein
Manuela Schwesig (SPD), vormalige Bundesfamilienministerin und vor wenigen Wochen zur Ministerpräsidentin von „Meck-Pomm“ gekürt, hat Vorbilder, wenn sie ihren Sohn jetzt nicht auf eine staatliche Regelschule, sondern auf eine Privatschule schickt. Viele andere – übrigens nicht nur aus ihrer Partei – haben es ihr vorgemacht: Sie haben ihre Kinder nicht auf eine Schule des von ihnen politisch propagierten und zu verantwortenden Schulsystems gegeben – also nicht in eine Einheitsschule, sondern aufs Gymnasium, nicht in eine staatliche Schule, sondern in eine private, zum Beispiel eine Waldorfschule.
Hannelore Kraft (2010 bis 2017 SPD-Ministerpräsidentin in NRW) hat es getan. Zwar hat sie nichts unversucht gelassen, zusammen mit den Grünen das differenzierte Schulwesen zu rasieren und dem angeblich ach so elitären Gymnasium den Garaus zu machen. Ihren Sohn hat sie gleichwohl auf ein Gymnasium geschickt. Vorbild war ihr dabei einer ihrer ganz prominenten Vorgänger: Johannes Rau (1978 bis 1998 SPD-MP von NRW und von 1999 bis 2004 Bundespräsident) hat seine Kinder nicht einer von seiner Partei aggressiv favorisierten Gesamtschule überlassen, sondern sowohl in seiner NRW-Zeit wie in seiner Berliner Zeit einem Gymnasium anvertraut. Aber so war und ist das mal gang und gäbe in der NRW-SPD: Von sechs Mitgliedern des Vorstandes der SPD-Landtagsfraktion gingen die Kinder von bis zu fünfen auf ein Gymnasium. Andrea Ypsilanti (SPD-Spitzenkandidatin zur Hessenwahl von 2008) hat es gegen die Grundsätze ihrer Partei ebenfalls geschafft, ihr Kind auf eine private Schule zu schicken. Vielleicht wollte sie ihrem Kind eine Schule ersparen, wie sie sie nach einem möglichen Wahlsieg angestrebt hätte.

Donnerstag, 7. September 2017

07.09.2017- Anschmiegen

Sozi-Anschmiegen
Die sozialdemokratischen Parteien SPD und CDU/CSU sind sich viel zu einig, nicht der dumpf-plappernde Schulz ist das entschiedene Problem, sondern eine depressiv jammernde SPD, die weder eine eigene Perspektive noch ein Rückgrat hat. Bei Jeremy Corbyn, Parteivorsitzender der brit. Labour Party,  hätte die SPD lernen können, war und ist aber politisch zu dumm dazu. Seit 1914 hat sie sich fast immer auf die Seite der Herrschenden und Konservativen gestellt, 1933 war keine widerstand-Politik, sondern schmieriges Anschmiegen an die Nazi-Sozialpolitik, Außenpolitik, etc. -Gerhard Schröder war der letzte SPD'ler an der Macht - mit neoliberaler CDU-Politik. Die SPD müsste eine Politik für Arbeitnehmer und die vielen, also das Gemeinwohl machen, ist aber entschieden zu feige dazu und will niemanden vor den Kopf stoßen (Nachkriegszeit gegen Schwule, etc.). Es ist sinnlos auf die SPD zu hoffen, weder die Sozis noch die CDU/CSU haben, die Kraft und den Geist die Probleme des Planeten und Deutschlands nachhaltig anzugehen. Verwaltung statt Gestaltung und Unterwerfung ist die Sozi-Politik ...

06.09.2017 - Gut-Schleuser

Schleuser & Partner
Ahmed Dabashi, der Mann, der jetzt maßgeblich die Schleuserabwehr von Sabratha verantwortet, hat gutes Geld mit dem Menschenhandel gemacht. In einem Bericht der Vereinten Nationen vom Juni wird er zu den größten Schleppern der westlichen Küstenabschnitte gezählt. Er befehligt die als „Ammu“-Miliz bekannte „Brigade Märtyrer Anas al Dabashi“. Seine Männer bewachen auch die Erdöl- und Erdgasanlagen westlich von Sabratha, die ein gemeinsames Projekt der staatlichen libyschen Ölgesellschaft. ... 

Aus den Reihen der Großfamilie Dabashi stammen sowohl ein ehemaliger UN-Botschafter als auch ein örtlicher Anführer des „Islamischen Staates“ (IS). So dürften auch die Dschihadisten von den dunklen Geschäften des Ahmed Dabashi profitiert haben. Jetzt verkündet seine Miliz im Internet, sie habe italienische Hilfslieferungen für das Krankenhaus von Sabratha vermittelt. Die Dabashi-Sippe ist mächtig in Sabratha. Sie kontrolliert neben der „Ammu“-Brigade auch die „Brigade 48“, die ebenfalls zur Schleuserbekämpfung eingesetzt wird. Beide Milizen sind formell der Regierung in Tripolis zugeordnet. Beide dürften aber vor allem auf eigene Rechnung arbeiten. ...
Europa mit den Migrationsströmen zu erpressen hat in Libyen Tradition. Schon Diktator Gaddafi hat je nach Interesse die Grenzen wie einen Wasserhahn geschlossen und geöffnet. Er drohte immer wieder mit „Millionen von Schwarzen“, die das Mittelmeer überqueren würden – sei es, um seine Geldforderungen zu unterstreichen, sei es, um den Westen davon abzuhalten, den Aufstand gegen seine Herrschaft zu unterstützen. Ein Sprecher der „Ammu“-Miliz klang ganz ähnlich, als er vor einigen Tagen sagte: „Wenn die Unterstützung für die Brigade von Dabashi eingestellt wird, wird sie nicht mehr die Kapazitäten haben, ihre Aufgabe zu erfüllen, und das Schleusergeschäft kehrt zurück.“ (FAZ)