Sonntag, 30. April 2017

30.04.2017 - Behandlung

Gabriel, nicht der Erzengel, sondern der Elefant, musste mit dem Eklat nicht nur rechnen. Er hat ihn beifallsheischend provoziert. Sonst hätte er nicht ein Telefonat mit Netanjahu abgelehnt. Er wollte den Eklat. 

Weil er wusste, dass er dafür zuhause im Wahlkampf gelobt würde. Auch von seiner Kanzlerin, was die Sache nicht besser, sondern schlechter macht. In Deutschland tragen NGOs generell einen Heiligenschein. Niemand kontrolliert sie, aber sie gelten als moralisch integer. 

Das haben sie mit Religionen gemeinsam. Wer also mit NGOs spricht, vor allem mit „linken“, kann nichts Falsches tun. Man wünschte sich, Gabriel würde in China oder in der Türkei genauso handeln wie in der israelischen Demokratie. Aber das traut er sich nicht. 

Gabriel bestand also darauf, Organisationen durch seine Aufwartung aufzuwerten, die Israels Soldaten als Kriegsverbrecher schmähen. Der Regierungschef eines Landes, das seine Existenz vor allem dem Militär zu verdanken hat, darf, ja muss darüber erzürnt sein.

Julian Röpcke von der BILD verglich sehr passend: »Man stelle sich vor, Netanyahu käme nach Deutschland & würde erst die ›außerparlamentarische Opposition‹ von Pegida oder Antifa treffen.« (Man könnte ergänzen: Oder mit »RT«, dem von Russland aus angestoßenen TV-Programm, ursprünglich bekannt als »Russia Today«.)
 
Der Applaus deutscher »Israelkritiker« ist Gabriel sicher. Es ist, als ob Gabriel ein Ventil der »Israelkritik« geöffnet hätte. Der Spiegel, der spätestens seit seinen Trump-Titeln in reichlich aufgewühltem Wasser unterwegs ist, entdeckt eine alte Sprache neu: die »Lingua Tertii Imperii«, die Sprache des Dritten Reiches. – Darf man endlich wieder?
 
In ihrem Spiegel-Online-Newsletter faselt Christiane Hoffmann von einer »Sonderbehandlung« Israels. Kleine Nachhilfe für Qualitätsjournalisten mit Geschichtsschwäche: »Sonderbehandlung« war NS-Code für Ermordung. Hat man Ihnen das in der Schule für Hauptstadtjournalisten nicht beigebracht?

29.04.2017 - Fischer

"Deutschlandfunk - Joschka Fischer -
"Marine Le Pen wäre für Deutschland der Super-GAU"
Deutschland könne Europa nicht alleine führen, sagte der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer im Deutschlandfunk. Von daher sei es für die EU und Deutschland existenziell, dass Marine Le Pen, die Frankreich aus der EU führen will, nicht französische Präsidentin werde. Ein anderer Wahlausgang wäre katastrophal. ..."
... früher war Frankreich auch ein GAU für Deutschland ... dann ist halt Deutschland in Frankreich einmarschiert ... demnächst zusammen mit den Blockparteien Union-SPD-Grüne-Linke in Paris? Erst Frankreich und dann Großbritannien... ist das ne deutsche Tradition? Es wollte schon einmal ein Deutschland Europa vereinen - unter der deutscher Peitsche...

Freitag, 28. April 2017

28.04.2017 - Prügel

"Leipzig – Verprügelt, weil er zu einer LINKE-Veranstaltung wollte. Linke-Stadtrat Adolf Marx (57) wollte am Donnerstagabend zu einem öffentlichen Parteitreff ins Bürgerhaus der Stadt Leipzig, auf dem sich die LINKE-Bundestagskandidaten vorstellten. Mit dabei: seine Lebensgefährtin (43). An der Stadtbahnhaltestelle „Engelstraße“ standen circa 40 bis 50 mutmaßlich dem rechten Spektrum zuzurechnende Personen. In dieser Gruppe befand sich auch ein Tatverdächtiger (18), der Anwalt Brett nach dessen Schilderung auf dem Weg zur Veranstaltung mit einer Holzlatte auf den Kopf geschlagen haben soll. Auch seine Begleiterin erhielt von einem weiteren, bislang unbekannten Täter offenbar einen Schlag in den Rücken. Marx kam ins Krankenhaus. „Er hat eine leichte Gehirnerschütterung und eine Platzwunde“, so Emil Schöpp (75), Geschäftsführer des Leipziger LINKE-Kreisverbandes, zu BILD, nachdem Marx wieder entlassen worden war. Er habe eine Veranstaltung absagen müssen wegen Kopfschmerzen. Polizeibeamte nahmen den mutmaßlichen Schläger (18) gegen 20 Uhr an der Haltestelle „Stadtbibliothek“ vorläufig fest. Er wurde nach Abschluss der Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt." ... Schon mal gehört?? Dabei sind die LINKE die Nachfolgepartei der Verbrecher- und Mörder-Partei SED.

Donnerstag, 27. April 2017

27.04.2017 - Coming

Krzysztof Charamsa packt aus
Nach seinem Coming-out im Oktober 2015 wurde der polnische Theologe vom Vatikan gefeuert – in seinem neuen Buch "Der erste Stein" rechnet er nun mit der katholischen Kirche ab. ... KC: "Coming out“ ist für mich nur ein anderes Wort für die Annahme der eigenen Natur, sozusagen eine Heilung. Diese Annahme der eigenen Natur machte Jahren von unnötigem Leiden, von Angst und Selbsthass ein Ende. Die Kirche hatte mich getäuscht, wie sie Millionen von Homosexuellen täuscht. Und sie will sich in diesem Punkt nicht bekehren. Also musste ich mich von diesem irrationalen Gefängnis befreien. Ich musste zur Kirche sagen: ich bin schwul und erdulde nicht länger eure Beleidigungen und Lügen im Hinblick auf Homosexuelle....
Ich will, dass die katholische Kirche einen echten Dialog über Geschlechtlichkeit und Liebe beginnt, einen Dialog, der die Menschenrechte zum Maßstab nimmt und die Interessen gleichgeschlechtlich liebender Menschen nicht einfach ignoriert.
Mein Buch ist eine menschliche Geschichte, die Geschichte von der schwersten Entscheidung meines Lebens. Die Entscheidung, sich selbst treu zu sein, den Glauben zu erhalten und bei der Wahrheit zu bleiben. ...
Es ist ein Buch über das Gewissen, über die Freiheit zur Liebe und über den Glauben. Im Mittelpunkt, sozusagen als Leitmotiv des Buches, steht der Konflikt zwischen dem Individuum und einer Institution, die die Wahrheit des Individuums leugnet. ...
Mein Buch ist ein Weckruf an die katholische Kirche, über die Wirklichkeit nachzudenken. Ein Aufruf, endlich den Leiden ein Ende zu bereiten, die die katholische Kirche im Leben der Menschen auch durch ihre Homophobie hervorruft bzw. in Kauf nimmt."

Mittwoch, 26. April 2017

26.04.2017 - Belästigung

Ist es Ihnen schon einmal passiert - irgendein Fremder oder ein Mensch Ihrer Wohnumgebung spricht Sie einfach persönlich an – um über Ihre intimsten Dinge zu sprechen ... weil er etwas gehört habe – über Sie. Und will mit Ihnen sprechen. Einfach so.

Über diesen seltsamen Vorgang habe ich neulich mit einem Freund gesprochen, humorvoll, witzig und erstaunt … und wir kamen letztendlich zum lustigen Ergebnis, dass dieses Gespräch mit diesem eigentlich widerlichen "Stasi/Gestapo-Kreatur" einfach abzubrechen. Und zwar sofort … Und niemals mit dieser hässlichen Figur zu sprechen.

Wo kämen wir denn auch hin - in unserer Demokratie, in unserem Rechtsstaat, in dem die Privatsphäre doch entschieden geschützt ist. Oder wie? Oder was? Oder wo?

Niemand will von irgendeinem Jemand belästigt werden- und das auch noch privat.

Über die intimsten Dinge spricht ein anständiger Mensch doch nur mit Personen seines Vertrauens, nicht mir neugierigen und unanständigen Schwätzern aus der Nachbarschaft oder aus dem Dorf oder der Stadt.

Denn ... wer will überhaupt wissen, wie die plattfüßige und von ihrem Gutsein dampfende Nachbarin oder der Nachbar in der Parallelstraße bumst  - mit wem, wie, wann und wo.

Oder ob sie/er Schwierigkeiten beim Batterie-Wechsel in ihren großen,  schwarzen oder rotem Plastik-Dildo / mit dem zu engem oder weitem Präservativ - oder lieber sich mit einer großen Wachskerze befriedigt / mit einer aufblasbare Prostituierten befriedigt.

Oder sich mit einem Schoßhund bevorzugt, etc.

Ich kann mich noch erinnern - als ich aktiver Journalist und jung war, nicht schön, aber offensichtlich für bestimmte weibliche Wesen sexuell attraktiv war, da fragte mich eine Fan'in auf der Straße sehr direkt, ob ich nun lesbisch, schwul, hetero oder lieber mit Tieren Sex machen wurde. Oder vielleicht mir ihr. Und dazu blinkten ihre großen Augenaufschlägen im Stakkato.

Ich zückte daraufhin sehr erschüttert meinen Geld-Beutel, gab ihr zehn Mark und flüsterte ihr ins Ohr die Wörter "Beate Uhse" und "Dildo".

Sie antwortete erstaunt: "Ist das sowas wie Burger-King oder McDonald … wo man essen kann? Gibt es da auch WC - für uns?"

Dienstag, 25. April 2017

25.04.2017 - Schlepper

Schlepper und ihre Gutmenschen
 

Vor allem deutsche Aktivisten waren Behörden und einigen Medien schon 2015/16 durch Aktionen in „Flüchtlingslagern“ auf griechischen Inseln aufgefallen. Nun hat Oberstaatsanwalt Carmelo Zuccaro in Sizilien Ermittlungen zu den mutmaßlichen Verbindungen zwischen Helfern und Schleppern eingeleitet. „Flüchtlingsboote“ würden unter anderem durch Lichtsignale in Richtung der Retter gelotst, über Telefongespräche zwischen Schleppern und Aktivisten gäbe es Erkenntnisse.
 

Rund 36.000 Migranten sind 2017 übers Mittelmeer gekommen, 44 Prozent mehr als 2016; mindestens 1.000 sind dabei ums Leben gekommen (the International Organization for Migration, IOM). Zuccaro sagt, dass bis zu 250.000 Migranten an Italiens Küsten ankommen könnten, wenn es in diesem Jahr so weitergeht. Die EU-Grenzagentur Frontex spricht von einem Taxi-Service von Schleppern und bestimmten NGOs.

Die italienischen Tageszeitung La Stampa berichtet, es gebe „direkte Kontakte zwischen einigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Menschenhändlern in Libyen“. Italienische Oppositionspolitiker verlangen Auskunft über die Finanzquelle solcher NGOs. Italiens Premier Paolo Gentiloni lobte die Arbeit von NGOs, bekräftigte aber, dass die Behörden genau hinschauen müssten.

24.04.2017 - Naivität?

Das Bekenntnis der EU zur Demokratie ist hauchdünn. Ihr Enthusiasmus für bevormundende Politik offenbart die autoritäre Grundhaltung dieses technokratischen Regierungsapparats. Heutzutage gleichen sich die „linke“, die EU befürwortende politische Elite und die traditionelle „Rechte“ in ihrer Verachtung demokratischer Entscheidungsfindung. 

Jürgen Habermas, einer der führenden politischen Theoretiker Deutschlands, verkörpert dieses „pro-europäische“ Denken. Er ist ein lautstarker Unterstützer des Kosmopolitismus und verunglimpft die nationale Souveränität. Habermas behauptet, dass nationale Wählerschaften die „Domäne des Rechtspopulismus“ seien und verurteilt sie als „Karikatur nationaler Makrosubjekte, die sich gegeneinander abkapseln“.
 

Das Misstrauen der EU gegenüber der repräsentativen Demokratie beruht hauptsächlich auf vier Annahmen. Erstens wird unterstellt, dass den Menschen nicht zugetraut werden könne, sich für eine Politik zu entscheiden, die die Gesellschaft erhält und weiterbringt. Zweitens wird behauptet, es bestünde ein wesentlicher Zielkonflikt zwischen Demokratie und Effizienz, und dass Effizienz in Krisenzeiten wichtiger sei als Demokratie. 

Drittens wird davon ausgegangen, dass Regierungen (insbesondere demokratische) nicht die Fähigkeit besitzen, mit den zentralen Problemen der heutigen globalisierten Welt umzugehen. Viertens wird angenommen, dass wirklich demokratische Prozesse aufgrund der Naivität der Wähler den „Rechtspopulismus“ begünstigen würden.

Sonntag, 23. April 2017

23.04.2017 - Macron

Früher hatte der französische Präsident eine gleichaltrige Frau und eine junge Geliebte ... demnächst hat - so raunen die bunten Blätter - der neue Präsident (39) eine alte Frau (63) und einen jungen Geliebten. Das ist "linksliberal" - in der Politik kapitalistisch und in der Moral liberal - eben modern ... Queer As Folk ...
Vier Kandidaten, die alle etwa 20 Prozent holen? Mehr Spaltung in Frankreich geht kaum. Die Armen und Arbeiter wählen in der Stichwahl "Front national", der Rest wählt den puren Kapitalismus ... den ehemaligen Investmentbänker Macron, den Anhänger einer entfesselten Globalisierung und unbegrenzten Deregulierung ... den Muttertyp. Eben: Fin de Siècle ...

Samstag, 22. April 2017

22.04.2017 - Heterophob

Zwei Film-Empfehlungen - gnadenlos heterophob
 

COMING IN ein Film ... endlich ein Film für die sozi-grüne-schwarze Merkel-Spießer-Familie aus dem Biedermeier-Land D., in dem sich fettärschige evangelische Pfarrer ihre alkoholsüchtigen Kantoren (wie es sich die schwarz-rote Koalition das gewünscht hat – politisch korrekt) heiraten darf – und ihre Kinder aus der dritten Welt adoptieren können (in ihrer Eigentumswohnung / ihrem kleinen Häuschen im Grünen) ...

Oder in Plastik-Becher onanieren, damit die lesbische Freundin das Wunsch-Kind bekommt („Lebensborn“ grüßt freundlich) ... oder der liberal-konservative Politiker in der Provinz brav weiblich-verheiratet, und in Berlin seinem schwulen Freund die Wohnungsmiete bezahlt … alles so schön bunt hier ... in diesem verlogenen Land der zwei Diktaturen a. D. 

Der süßliche und Rosa-Film „Coming In" im politisch-korrekten und grünen Land reißt Gräben auf zwischen Mann und Frau, Homo und Hetero, Arm und Reich, Jung und Alt, obwohl er vorgibt, sie zu schließen. "Coming In" ist dumm, weil er sich nach jeder noch so billigen Pointe bückt, die zu Recht schon am Boden liegt. 

"Coming In" ist homophob, weil er Schwulsein nicht ernst nimmt, sondern als einen "schrillen" Lebensentwurf darstellt, aus dem es nur zwei Auswegsmöglichkeiten gibt: Entweder man heiratet und gibt seiner Beziehung damit eine bürgerliche, heteronormative Legitimation (siehe die alte Tunte und ihr Partner), oder man merkt, dass man ja eigentlich hetero ist (siehe Tom). 

Dass man einfach nur schwul und frei und glücklich sein kann, ist im Drehbuch nicht vorgesehen. Den Figuren in "Coming In" glaubt man nicht. … Bei diesem Film kann man gar nicht so viel fressen wie man kotzen will. Aber … es gibt Schauspieler, die haben in den zwanziger Jahren laut die Internationale gegrölt (Gustaf Gründgens, George Heinrich, etc.), dann aber in Nazi-Filmen ihr dickes Nazi-Geld verdient – und in DDR /BRD wieder ihr Fähnchen in den Winden der Mächtigen flattern lassen … so ist es halt bei Spießern…
 


Dagegen … die wunderbare und intelligente und witzige TV-Serie „Queer Is Folk“ --- das Gegenteil dazu oben … es geht um Brian und seine Freunde in Pittsburgh/USA … auch um seinen besten Freund Michael … Brian ist der genaue Gegenentwurf zu Michael: Ein Männer fressender Casanova, dessen hinreißende Schönheit nur noch von seiner kompromisslosen Arroganz überboten wird. 

Brian nimmt sich vom Leben, was er will - einen naiven 15-Jährigen Adonis ebenso wie den Schwarm seines besten Freundes. "Ich glaube nicht an Liebe, ich denke nur ans Ficken. Liebe ist ein Hirngespinst von Heteros", schleudert er dem rettungslos verknallten Schüler Justin entgegen, nachdem er ihn „entjungfert“ hat. 

Als ein paar Kids "Schwuchtel!" auf seinen Jeep sprühen, fährt Brian demonstrativ damit weiter. Und-so-weiter-und-so-weiter … denn …"Es gibt zwei Sorten Heteros", sagt Brian, "die einen hassen dich offen und ehrlich, die anderen hinter deinem Rücken." ... ansonsten genauso wie im Heten-Leben ... Brian ist gnadenlos heterophob...

Freitag, 21. April 2017

21.04.2014 - Anti-Demokraten



In einer funktionierenden Demokratie, in einem Rechtsstaat dürfen Parteien zu Veranstaltungen einladen – auch zu sogenannten Parteitagen. 

Diese Partei-Veranstaltungen sind von Gesetzen geschützt. Werden diese Parteitagen von Gegnern angegriffen, muss die Polizei die Parteitage schützen. – Bei den Alt-Parteien wie LINKE, Grünen, FDP, CDU und CSU gibt es nahezu kaum Störungen. 

Nur bei den AfD-Parteitagen, etc. gibt es immer wieder Ärger. Gestört werden diese AfD-Parteitagen von Anti-Demokraten wie „Antifa“ und andere „rotlackierte Nazis“ (so sagte Kurt Schumacher, SPD) mit brutaler Gewalt. 

Komisch – linksradikale Parteitage werden von niemandem gestört … Gewalt gegen andere Parteien in Deutschland geht immer von Links aus.

Für mich sind Nationalsozialisten, Kommunisten und Faschisten LINKS - alles SOZIALISTEN ... Antidemokraten und Sozialisten ...

Donnerstag, 20. April 2017

20.04.2017 - Prälat



Harald Stumpf
Prälat - Evangelische Prälatur
Alexanderstraße 70
74074 Heilbronn

16. April 2017
Betrifft: Ihr STIMME-Interview, 15. 04.2017
Sehr geehrter Herr Prälat Stumpf,
Sie haben der Heilbronner Stimme in Ihrem Oster-Interview  (Samstag, 15. April 2017, Seite 28) gesagt:
„Luther hat die Bibel ins Deutsche übersetzt, weil er wollte, dass sie alle Christen selbst lesen, ihr eigenes Bild machen können und den Glauben reflektieren. (1)
Glaube heißt nämlich nicht, man bekommt von Oben vorgesetzt, was man gefälligst zu glauben hätte, ohne „Wenn und Aber“. (2)
Glaube will nachgefragt, reflektiert, in Frage gestellt werden.(3)
Glaube will gebildet werden, akademisch, wissenschaftlich und als gelebte, geistliche Lebenspraxis – ganzheitlich. (4)
Gebildeter, reflektierter und im Diskurs bewährter Glaube schützt vor Fanatismus und Extremismus.“ (5)
Ich nehme zu Ihren Gunsten einmal an, Sie haben Ihre gesprochenen Worte nicht gegengelesen – und Sie haben nicht korrigierend das Interview überarbeitet. Oder etwa doch?
Das gesprochene Wort wird im Normalfall abgeschrieben und vom Interviewten gegengelesen – und danach freigegeben.  Das ist bei seriösen Tageszeitungen üblich.
Egal wie … Sie haben Ihr Interview gegeben und freigegeben, das in der Zeitung „Heilbronner Stimme“ erschienen ist. Das ist die reale Wahrheit.
Ad (1) - Sie behaupten darin, Luther habe die Bibel ins Deutsche übersetzt.  Aber Sie müssten als Theologe jedoch wissen: „Erste komplette deutsche Übersetzungen des Neuen und des Alten Testaments entstanden im 14. Jahrhundert. Die älteste überlieferte Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche ist eine Augsburger Pergamenthandschrift von 1350. Mit der in Prag entstandenen so genannten Wenzelsbibel gab es Ende des 14. Jahrhunderts auch eine handschriftliche Übersetzung des Alten Testaments, allerdings ohne die Kleinen Propheten. Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden auch außerhalb der Klöster eine Vielzahl z. T. hochwertiger mittelhochdeutscher Übersetzungen, auf die Martin Luther und andere zurückgreifen konnten. Eine aus dem 14. Jahrhundert stammende Übersetzung samt Kommentaren des sogenannten Österreichischen Bibelübersetzers soll ab 2016 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben werden. 1466 druckte Johannes Mentelin in Straßburg die Übersetzung der lateinischen Bibel ins Frühneuhochdeutsche, die Mentelin-Bibel. Sie wurde die erste gedruckte deutsche Bibel, zudem war sie die erste in einer Volkssprache gedruckte Bibel überhaupt. Sie war mehr oder weniger eine Wort-für-Wort-Übersetzung der Vulgata. Der Text wirkte auch damals altertümlich und schwer verständlich, die Übersetzer vermieden so jedoch, von der katholischen Kirche als Häretiker verurteilt zu werden.“ (WIKIPEDIA)
Wussten Sie diese Tatsachen nicht? Selbst im deutschen Fernsehen wurden diese Tatsachen berichtet. Warum behaupten Sie, dass Luther die erste deutsche Bibel-Übersetzung geschaffen habe.
Ad (2) - Was Sie behaupten  ist nichts als die übliche und unangenehme protestantische Propaganda. Der Humanismus der Renaissance, deren Literatur und Architektur haben bei einem Mann namens Luther überhaupt keine Wurzeln geschlagen. 
Ad (3) – Menschen, die nicht über die Bibel nachdenken, sind Ihrer Ansicht nach keine richtigen Gläubigen. Evangelisten, etc. sind insofern keine richtigen Christen?
Ad (4) - Nach Ihrem Wort kann somit ein Behinderter oder ein Mensch mit einem niedrigen Intelligenzquotienten (IQ)  nicht vollumfassend „glauben“.
Worte dieser Couleur und dieser Denkart  habe ich immer nur von Nationalsozialisten oder Kommunisten gehört. Ich bin über Ihre Sätze sehr erstaunt.
Ad (5) - Nach Ihren Worten war Martin Luther mit seinen Schriften, die vor Fanatismus und Extremismus nur so strotzen, ein Mann, der keinen gebildeten, reflektierten und im Diskurs bewährten Glauben besitzt.
In der Prälatur in der Heilbronner  Alexanderstraße ist zu lesen: „… da ist Freiheit – 500 Jahre Reformation.“
Was war mit den vielen Frauen, die als Hexen von der protestantischen Obrigkeit verurteilt und verbrannt wurden (in Württemberg, in ganz Deutschland, in der Schweiz,  in Skandinavien, in Amerika, auch in Heilbronn,  etc.)? Wo blieb die Freiheit dieser Frauen, wo blieb deren reformatorische FREIHEIT?
Was war mit den homosexuellen Männern, die von der protestantischen Obrigkeit verfolgt, verurteilt, verbrannt oder geköpft wurden (bis ins 20. Jahrhundert hinein)?  Wo blieb deren reformatorische FREIHEIT?
Was war mit Menschen, die einen anderen Glauben besaßen – Katholiken, Juden, Baptisten, Muslimen, etc.? Wo blieb deren reformatorische FREIHEIT?
In Heilbronn wurden von dem protestantischen Rat der Stadt bis 1830 keine Juden geduldet (sie konnten nicht in Heilbronn arbeiten und wohnen) – siehe Goethes Reise in Heilbronn  am 27.  und 28 August 1797.
Johann Wolfgang von Goethe in seinem Tagebuch über Heilbronn: „Die Menschen sind durchaus höflich und zeigen in ihrem Betragen eine gute natürliche stille bürgerliche Denkart. Es werden keine Juden hier gelitten.“
Ich nenne das einen todbringenden Antisemitismus der Protestanten in Heilbronn, angefacht durch die teuflischen Worte Luthers über die Juden, bis weit über das Jahr 1945 hinaus.
Denn in anderen Städten Deutschlands (auch katholischen) wurden Juden geduldet.
Sie - verehrter Herr Prälat - und Ihre protestantischen Mitbrüder und Mitschwestern, haben sich bis heute für den grausamen protestantischen Heilbronner Antisemitismus nicht entschuldigt, der über 500 Jahre andauerte.
Das ist eine protestantisch-widerliche Tradition – eine Tradition, die den grausamen und pseudo-christlichen Glauben als politische Waffe benutzt hat.
Wurden jene, die sich gegen die protestantische Obrigkeit auflehnten, nicht gnadenlos Jahrhunderte lang aus deutschen Landen verjagt? Bis nach Nordamerika oder Südamerika, etc.
Ist das Ihre plakative „reformatorische FREIHEIT“ – die Sie als Demo-Transparent  (wie einst kommunistische Parteien) in der Alexanderstraße hochhalten?
 
Ich weiß, zur eigenen Historie hatten Protestanten immer schon ein höchstgespaltenes Verhältnis - seit mehr als 500 Jahren.
Ihre Prediger und Pfarrer jubelten oftmals auf der Melodie der politischen Mächtigen – und tanzten auf deren Tischen zur Freude von Diktaturen.
Protestantische Untertanen waren sehr oft nichts als unangenehme Opportunisten – bei den Fürsten (ihren Quasi-Bischöfen), bei den preußischen Kaisern, bei den Nationalsozialisten in der „Deutschen Kirche“ oder bei den stalinistischen SED-Kommunisten in der „Kirche im Sozialismus“ – oder heute bei bestimmten links-grünlichen Parteien.
Das ist eine hässliche, anti-demokratische, aber protestantische Tradition.
 
Ihre FREIHEIT ist verpackt in Ihrem protestantischen Ideologie-Karton versteckt - der evangelische Gläubige muss offenbar seine individuelle Freiheit allein finden … im Gebet mit seinem stummen Gott …  nach dem Motto: lutherischer Antisemitismus, protestantischer Absolutismus, Nazi-Deutsche-Kirche oder Kirche im Sozialismus, politisch-grünlicher Gouvernanten-Glauben ... sprich theologischer und inhumaner Opportunismus in 500-jähriger Tradition .
Ich las neulich in einer klugen Zeitung in Deutschland:
„1517 -Reformation in Deutschland? ... Zu den Fürsten und Dynastien kommt das aufkommende Finanz- und Handelskapital, die Geldentwertung durch den immensen Import von Gold und Silber aus den Kolonien und die damit einhergehende Verarmung des alten Adels, die zu noch größeren Repressalien und Enteignung der ursprünglichen bäuerlichen Bevölkerung geführt haben, zudem der sich entwickelnde Gegensatz von Stadt und Land. Das wirklich nicht zu übersehende Ereignis ist die erste Revolution auf deutschem Gebiet: Der Bauernkrieg, Figuren wie Jan Hus, Thomas Münzer, etc., die viel mehr riskierten und viel mehr verloren als Luther ... und das eigentliche Momentum hinter den Umwälzungen waren die theologischen Sprachrohre der Reformation, die sich von Rom emanzipierenden Fürsten und Städte.“
Zu meiner Person: Ich bin getaufter, protestantischer Christ – habe die Luther-Kirche mit dem 20. Lebensjahr verlassen – lebte dann als „Heide“ - und bin seit Jahren (nach meine Firmung)  römisch-katholischer Christ.

Mit dem Gott der Juden (Teile von den Juden hatten ja eine schöne Aufklärung) und der Muslime, der sich als ein rachsüchtiger, bösartiger, Frauen-verachtender, Schwulen-mordender Wüstengeist aufspielt … mit diesem Wüstengeist habe ich nichts zu tun - den verabscheue und verachte ich.

Ebenfalls verachte und verabscheue ich den protestantischen Luther-Gott,  den Gott des Kapitals - und der Einsamkeit der Seelen - und des Absolutismus eines gierigen Ichs. Alles nach dem protestantischen Mottos: Gott und Ich in der Wüste - von (Krüppel-)Du zu (Krüppel-)Du. Das ist nicht nur abscheulich, das ist äußerst inhuman.
Logischerweise bin ich ein Gegner der Ökumene. Meiner Ansicht nach sollten - in einem rechtsstaatlichen und aufgeklärten Staat – Bürger nach einer Religion ihrer Wahl selig werden. Nach ihrer Façon.

Ansonsten - der Ton in Ihrem Interview erinnert mich fatal an den links-intellektuellen US-Demokraten Jason Brennan, Professor an der Elite-Universität Georgetown in Washington, und sein neues Buch mit dem deutschen Titel „Gegen Demokratie. Warum wir die Politik nicht den Unvernünftigen überlassen dürfen“. Dieser Buch-Titel und der Inhalt seines Buches weisen den gleichen missionarischen, anti-populistischen und undemokratischen Eifer auf wie Ihr Interview.

Deshalb - ich war über Ihr seltsames Reformation-Transparent und Ihr STIMME-Interview sehr erschrocken,  weil ich nie gedacht hätte, dass ein hoher Geistlicher einer protestantischen Gruppierung (einem  Corpus Evangelicorum) so naiv oder bösartig – und dazu noch arrogant, inhuman und unchristlich argumentieren kann.

Mit freundlichen Grüßen


Jürgen Dieter Ueckert

PS:  
Sie schreiben in Ihrem Interview: „In unseren Kindergärten, wo oft mehr muslimische Kinder sind als deutsche …“
Sie meinen wahrscheinlich mit „unsere Kindergärten“  - evangelische Kindergärten.
Was meinen Sie mit „…oft mehr muslimische Kinder sind als deutsche…“? Meinen Sie nicht eher: …oft mehr muslimische Kinder sind als christliche…?
Eine Kopie meines Briefes an Sie geht an Ihren STIMME-Interviewer Kilian  Krauth.