Der deutsche Revolutionär Thomas Müntzer
"Betrachtet Euren Gott aus der Nähe und nicht aus der Ferne; glaubt, dass Gott lieber spräche, wenn Ihr bereit seid zum Hören!"
Thomas Müntzer schreibt dies 1522 in einem Brief an Philipp Melanchthon, die rechte Hand des deutschen Reformators Martin Luther. Seine Mitstreiter in Wittenberg sollten nicht so sehr am toten Buchstaben der Bibel kleben. Stattdessen sollten sie dem heiligen Geist mehr Raum geben. So würden sie von Gott direkt angesprochen.
"Liebe Brüder, lasst Euer Trödeln! Es ist Zeit! Lasst Euer Säumen; der Sommer ist da. Sucht keinen Ausgleich mit den Verworfenen; denn die verhindern, dass das Wort mit großer Kraft wirkt. Auch Eurem Fürsten schmeichelt nicht; sonst werdet Ihr zugrunde gehen, und davor behüte Euch der hochgelobte Gott." ...
Müntzers Appell an die Fürsten bleibt ohne Antwort und seine Anhänger verlieren im Sommer 1524 zunehmend an Rückhalt. Thomas Müntzer ist sich inzwischen sicher, ...
"... dass ein Blutvergießen über die verstockte Welt ergehen soll, um ihres Unglaubens willen. Die Herren und Fürsten, wie sie sich jetzt darstellen, sind keine Christen."
Müntzer verlässt Allstedt und sucht in Thüringen in der freien Reichsstadt Mühlhausen einen neuen Wirkungskreis. Dort bereitet er den Boden für ein "anderes Regiment" vor. Er gründet mit Gleichgesinnten den "Ewigen Bund Gottes", eine endzeitlich gestimmte Bewegung, die sich gegen Fürsten und Klerus auflehnt. Diese Rebellion gegen die Obrigkeit - sie kann vor 500 Jahren nur in einem Blutvergießen enden.
Dienstag, 31. Oktober 2017
Montag, 30. Oktober 2017
30.10.2017 - God's Own Country
Großes Kino aus
England
Zäune bauen, Liebe
finden
Das stille Drama "God's Own Country" erzählt
vom harten Leben in der englischen Provinz und von der Liebe zweier Männer. Mit
"Brokeback Mountain" hat der Film trotz des ähnlichen Sujets wenig zu
tun.
Von Oliver Kaever
Das Leben ist hart in den nordenglischen Pennine Hills von Yorkshire. Wer
den kargen Äckern etwas abtrotzen will, die sich hier an archaisch anmutende
Felshügel krallen, braucht dafür seine ganze Kraft. Steine schleppen, Zäune
bauen, Lämmern und Kälbern auf die Welt helfen - harte körperliche Arbeit
bestimmt den Tagesrhythmus. Da kann abends schon mal die Kraft für ein
vernünftiges Gespräch fehlen, schon gar über etwas hier so zweitrangiges wie
Gefühle.
Jungbauer Johnny (Josh O'Connor), Mitte 20, hat sich dieses Leben nicht
ausgesucht. Er lebt es einfach. Wie sein Vater vor ihm. Abends wechseln die
beiden noch ein paar knorrige Sätze darüber, wann die Kuh wohl kalbt und dass
der kaputte Steinzaun geflickt werden muss. Dann fährt Johnny in den nächsten
Pub und säuft sich besinnungslos.
Ausgerechnet in diese harsche Welt verlegt der englische Filmemacher
Francis Lee für sein Langfilmdebüt eine schwule Liebesgeschichte. Und forderte
bei der Premiere von "God's Own Country" beim Sundance Filmfestival
Anfang des Jahres wenig überraschend Vergleiche mit Ang Lees "Brokeback
Mountain" heraus, dem Oscar-prämierten Drama um zwei schwule
Cowboys - zumal beide Filmemacher auch noch den Nachnamen teilen.
Die Parallelen mögen sich aufdrängen, hören aber eigentlich bei der
sexuellen Orientierung der Hauptfiguren schon wieder auf. Und wenn man doch
unbedingt vergleichen muss: In einem direkten Duell ginge "God's Own Country"
als klarer Sieger vom Platz. Was vor allem daran liegt, dass Francis Lee für
seine Geschichte nicht wie Namensvetter Ang den Ton des überlebensgroßen Dramas
wählt und sie damit ins Ungefähre rückt, sondern ganz aus dem Alltag seiner
Hauptfiguren entwickelt.
Johnnys love interest ist der rumänische Wanderarbeiter Gheorghe
(Alec Secareanu), und die beiden haben sich zunächst nichts zu sagen.
"Zigeuner" nennt Johnny ihn, bis Gheorghe mit den Fäusten klarstellt,
wer hier der Stärkere der beiden ist.
Der Vater kann nach einem Schlaganfall kaum noch laufen, also lastet die
gesamte Verantwortung auf Johnnys Schultern. Bei der gemeinsamen Schufterei
lernen der Hilfsarbeiter und der Jungbauer sich kennen, Gesten und Blicke
ersetzen Sprache, und irgendwann wälzen die beiden sich im Schlamm. Sex ist
einfacher als viele Worte.
Regisseur Francis Lee kennt das Leben auf einer Farm in diesem Landstrich,
er wuchs selbst hier auf; der Bauernhof seiner Eltern liegt nur zehn Minuten
vom Drehort entfernt. Lee bleibt immer ganz nah dran an seinen Helden,
beobachtet jeden Handgriff. Die Handkamera geht auf Tuchfühlung, schenkt nur
selten einen Blick auf nebelverhangene Landschaft.
Keine Musik lenkt vom Geschehen ab. Stattdessen kommt ein ausgeklügeltes
Sound-Design zum Einsatz, das aus Vogelgezwitscher, röhrenden Traktoren und
heulendem Wind auch abseits des Bildraums ein Leben inmitten unnachgiebiger
Natur modelliert.
Aus diesem reduzierten filmischen Konzept entwickelt sich ganz langsam eine
Liebesgeschichte. Johnny löst sich allmählich aus seiner emotionalen
Erstarrung, weil Gheorghe ihn dazu zwingt. Einmal steht der auf einer
Felskuppe, blickt über das Land und sagt: "Schön hier". Und Johnny
blickt sich um, als sei er eben aus einem langen Schlaf erwacht und sehe die
Schönheit seiner Heimat zum ersten Mal.
Mit Zärtlichkeit kann Johnny zunächst gar nicht umgehen, aber dann ist es
zu spät. Liebe kommt ins Spiel, und er muss sich entscheiden, was er will.
Zumal auch noch Johnnys Vater mit einem zweiten Schlaganfall ins Krankenhaus
eingeliefert wird.
Francis Lee hat über seinen Film gesagt, er wolle eine erste große Liebe
unter schwierigen Umständen zeigen. Ob es dabei um eine schwule, lesbische oder
heterosexuelle Liebe gehe, sei zweitrangig. Tatsächlich stehen andere Themen im
Vordergrund: "God's Own Country" ist ein klassisches
Entwicklungsdrama, es zeigt die schwierige Orientierungsphase eines jungen
Mannes im Gestrüpp von familiärer Verpflichtung, heimatlicher Verbundenheit und
eigenem Wollen. Aber gerade, weil Lee die schwule Liebesgeschichte als etwas so
Selbstverständliches behandelt, entwickelt sie soziale Sprengkraft.
Schließlich denkt der Zuschauer die Ressentiments mit, die im ländlichen
Raum noch immer herrschen, weit abseits der Freiheiten und ausdifferenzierten
Lebenswelten der Großstädte. Trotzdem interessiert sich Lee herzlich wenig für
etwaige ablehnende Reaktionen der Außenwelt, sondern allein für den Weg seiner
Protagonisten.
Im Kern erzählt "God's Own Country" ja auch von der Kraft einer
großen Liebe. Wie sie den Liebenden die Welt mit den Augen eines anderen sehen
lässt. Und wie er sich durch diesen Blick selbst finden kann.
"God's Own Country"
Großbritannien 2017
Buch und Regie: Francis Lee
Darsteller: Josh O'Connor, Gemma Jones, Harry Lister Smith, Ian Hart, Alec Secareanu
Verleih: Salzgeber & Company Medien
FSK: ab 12 Jahren
Länge: 104 Minuten
Start: 26. Oktober 2017
DER SPIEGEL
Sonntag, 29. Oktober 2017
29.10.2017 - Grenzenlos
"Das ist das Größte, was dem Menschen gegeben ist, daß es in seiner Macht steht, grenzenlos zu lieben."
Theodor StormSamstag, 28. Oktober 2017
28.10.2017 - Herbst
"Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen;
bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen."
Eduard Mörike
Mittwoch, 25. Oktober 2017
26.10.2017 - Gefallen
"Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk, / mach' es wenigen recht; vielen gefallen ist schlimm."
Friedrich Schiller
Friedrich Schiller
25.10.2017 - Alt werden
"Das Bild der Geliebten kann nicht alt werden, denn jeder Moment ist seine Geburtsstunde."
Johann Wolfgang von GoetheDienstag, 24. Oktober 2017
24.10.2017 - Kinderkinder
MeinGott, jeder Mensch, der schon in Firmen gearbeitet hat, der weiß, dass Männer oder bestimmte Frauen für Sexmache offen sind...auf dem Schreibtisch, im Flur, im Fahrstuhl ... ich habe das beobachtet - über Jahre - und viele Kollegen andere auch ... nach dem Motto: Wer Sex in seinem Schaufenster ausstellt, darf sich über Kunden nicht wundern. Selbst in manchen Schule/Hochschulen buhlen Schüler/Schülerinnen - Studenten/Studentinnen um bessere Noten - auch mit Sex ... das Drama ist so alt wie die Erde ... wie die Kuckuckskinder...
Montag, 23. Oktober 2017
23.10.2017 - Korrekt
Korrekter Journalismus
"Jimmy ist acht Jahre alt und ein Heroinabhängiger der dritten Generation, ein frühreifer kleiner Junge mit rotblondem Haar, samtig braunen Augen und Nadeleinstichen, die wie Sommersprossen die babyzarte Haut seiner dünnen braunen Arme überziehen." So beginnt eine Reportage von Janet Cooke, die im September 1980 in der "Washington Post" erschien - und die Zeitung in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise stürzte.
Denn das drogensüchtige Kind, dessen vermeintliches Schicksal eine Welle des Mitleids auslöste, gab es in Wirklichkeit gar nicht. Erst als Cooke für ihre Story den renommierten Pulitzerpreis erhalten sollte, brach ihr Lügengebilde zusammen.
"Jimmy ist acht Jahre alt und ein Heroinabhängiger der dritten Generation, ein frühreifer kleiner Junge mit rotblondem Haar, samtig braunen Augen und Nadeleinstichen, die wie Sommersprossen die babyzarte Haut seiner dünnen braunen Arme überziehen." So beginnt eine Reportage von Janet Cooke, die im September 1980 in der "Washington Post" erschien - und die Zeitung in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise stürzte.
Denn das drogensüchtige Kind, dessen vermeintliches Schicksal eine Welle des Mitleids auslöste, gab es in Wirklichkeit gar nicht. Erst als Cooke für ihre Story den renommierten Pulitzerpreis erhalten sollte, brach ihr Lügengebilde zusammen.
Sonntag, 22. Oktober 2017
22.10.2017 - Abgrund
Richter und Staatsanwälte stellen fest, dass die Berliner Justiz „am Abgrund“ stehe. Die Vereinigung der Berliner Staatsanwälte konstatiert, ein funktionierendes Rechtssystem sei in der Hauptstadt nicht mehr vorhanden. Die Berliner Richter bestätigen dies, wie der „Tagesspiegel-Checkpoint“ jetzt berichtet: In einem dramatischen Brief des Landgerichtspräsidiums an die Justizverwaltung heißt es: „Wir wissen nicht, wie wir die Eingänge verteilen sollen.“ 19 von 21 Strafkammern haben demnach Überlastung angezeigt, wegen der Engpässe ist die rechtzeitige Eröffnung von Hauptverhandlungen vier Monate nach der Anklage gefährdet. Die Staatsanwaltschaft („Wir sind am Ende, wir können nicht mehr“) befürchtet Freilassungen von tatverdächtigen Kriminellen aus der Untersuchungshaft: „Eine tat- und schuldangemessene Ahndung von Straftaten ist beim Landgericht nicht mehr zu erwarten.“ (Tichy)
Samstag, 21. Oktober 2017
21.10.2017 - Herles
Unter dem Strich bietet die ARD den besseren
Fernsehjournalismus. Mehr Vielfalt in einem Programm, weil dahinter
keine zentralistische Organisation steckt wie der
Mainzelmännchengesangsverein auf dem Lerchenberg. Vom Bayerischen Rundfunk bis zum WDR gibt es eine natürliche Vielfalt von Meinungen. Journalismus hat in der ARD doch noch einen höheren Stellenwert als im Unterhaltungs-Dampfer ZDF.
Da darf sich kein Entertainer wie Markus Lanz unentwegt mit politischen
Gesprächen überfordern und blamieren. Da machen sich verschiedene
politische Magazine gegenseitig Konkurrenz – nicht bloß über die Quote.
Deshalb müsste man, wenn überhaupt, über die Zukunft des ZDF nachdenken, dem Spezialkanal für Krimiserien. (Der sich gleich noch einen zweiten Spezialkanal für Krimis hält: ZDF
neo.) Eine Kompanie von guten und sehr guten Redakteuren resigniert und
hockt frustriert herum, weil ihre Sendungen dauernd ausfallen, dem
Fußball oder „Feiertagsprogrammierungen“ weichen müssen. Und weil sie
gezwungen werden, massenkompatiblen Mist zu produzieren. Dokus über die
Weltmächte Aldi und Lidl etwa, statt über China und die USA. (Herles - Tichy)
Freitag, 20. Oktober 2017
20.10.2017 - Symphathie
Werden die Mörder von Hanns Martin Schleyer, Siegfried Buback,
Jürgen Ponto, Alfred Herrhausen und dreißig anderen Opfern der RAF ihr
Schweigen brechen und ihre Täterschaft offenlegen, wie von
Bundespräsident Steinmeier gefordert? Das wäre, sowenig man darauf
hoffen kann, nicht nur den Angehörigen zu wünschen.
Es ist eine
schwärende Wunde am Körper des deutschen Rechtsstaats, dass gerade diese
politischen Morde, die seine Standhaftigkeit prüften wie kaum etwas
anderes, auch vier Jahrzehnte später nicht aufgeklärt sind. Zum Morden
reichte der Fanatismus der Täter, zum „Bekennen“ schon nicht mehr.
Geschwiegen hat auch die breite Sympathisantenszene, aus der heraus so
mancher Karriere in dem „Schweinesystem“ machte, das zerstört werden
sollte.
Der
Terrorismus, mit dem Deutschland heute konfrontiert ist, trägt andere
Züge. Doch fordert er den Staat als die Schutzmacht seiner Bürger nicht
weniger heraus als die Anschläge der RAF: Die Dschihadisten wollen so viele Menschen wie möglich töten, auch wenn sie dabei ihr eigenes Leben verlieren. (FAZ)
19.10.2017 - Terror
Das runde Jubiläum des Deutschen Herbstes färbt die Erinnerung bunt. Die alten Filme laufen noch einmal auf den Bildschirmen und in den Köpfen ab. Was zählt der Terror der RAF noch angesichts der islamistischen Selbstmordattentäter? Die Zahl der Opfer damals (34 Tote zwischen 1971 und 1993) mutet lächerlich an im Vergleich. Heute kann es jeden treffen, nicht bloß „Charaktermasken des Schweinesystems“ und deren Fahrer und Bodyguards.
Wären da nur nicht diese großen blinden Flecken. Und dazu der raunende Satz des greisen Helmut Schmidt. In einem Interview hatte er gesagt: „Am Ende ist es gleichgültig, mit welcher Art von Terroristen wir es zu tun haben. Ob RAF, Araber, Nazis: Sie nehmen sich wenig in ihrer Menschenverachtung. Übertroffen werden sie nur von bestimmten Formen des Staatsterrorismus.“
Wären da nur nicht diese großen blinden Flecken. Und dazu der raunende Satz des greisen Helmut Schmidt. In einem Interview hatte er gesagt: „Am Ende ist es gleichgültig, mit welcher Art von Terroristen wir es zu tun haben. Ob RAF, Araber, Nazis: Sie nehmen sich wenig in ihrer Menschenverachtung. Übertroffen werden sie nur von bestimmten Formen des Staatsterrorismus.“
Mittwoch, 18. Oktober 2017
18.10.2017 - Schönheit
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ist dem Tode schon anheimgegeben,
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen,
Und doch wird er vor dem Tode beben,
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen!
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe,
Denn ein Tor nur kann auf Erden hoffen,
Zu genügen einem solchen Triebe:
Wen der Pfeil des Schönen je getroffen,
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe!
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen,
Jedem Hauch der Luft ein Gift entsaugen
Und den Tod aus jeder Blume riechen:
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen!
Ist dem Tode schon anheimgegeben,
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen,
Und doch wird er vor dem Tode beben,
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen!
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe,
Denn ein Tor nur kann auf Erden hoffen,
Zu genügen einem solchen Triebe:
Wen der Pfeil des Schönen je getroffen,
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe!
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen,
Jedem Hauch der Luft ein Gift entsaugen
Und den Tod aus jeder Blume riechen:
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen!
August von Platen
Dienstag, 17. Oktober 2017
17.10.2017 - Selbstmord
Wen die Götter lieben, den holen sie früh zu sich ... so auch Clay Adler ... ein Götterliebling ... er wollte es so ... und keiner konnte ihn hindern...
Clay Adler hat Selbstmord begangen. Er wurde nur 27 Jahre alt. Clay Adler erschießt sich vor den Augen seiner Freunde.
Wie berichtet wird, habe sich Adler bereits Ende des vergangenen Monats das Leben genommen. Seine Freunde mussten alles mitansehen - am 25. März mit seinen Kumpels zum Schießen in die Wüste gefahren.
Dort habe er sich die Waffe an den Kopf gehalten - und abgedrückt. Am Tag darauf sei Clay im Krankenhaus an den schweren Schussverletzungen gestorben.
Untersuchungen haben später ergeben, dass weder Alkohol noch Drogen für den Selbstmord des jungen Mannes verantwortlich waren.
Platen: "Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ist dem Tode schon anheimgegeben,
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen ..."
Clay Adler hat Selbstmord begangen. Er wurde nur 27 Jahre alt. Clay Adler erschießt sich vor den Augen seiner Freunde.
Wie berichtet wird, habe sich Adler bereits Ende des vergangenen Monats das Leben genommen. Seine Freunde mussten alles mitansehen - am 25. März mit seinen Kumpels zum Schießen in die Wüste gefahren.
Dort habe er sich die Waffe an den Kopf gehalten - und abgedrückt. Am Tag darauf sei Clay im Krankenhaus an den schweren Schussverletzungen gestorben.
Untersuchungen haben später ergeben, dass weder Alkohol noch Drogen für den Selbstmord des jungen Mannes verantwortlich waren.
Platen: "Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ist dem Tode schon anheimgegeben,
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen ..."
Montag, 16. Oktober 2017
16.10.2017 - Bücher
Tom Kraushaar ist der Verleger des viel diskutierten Buches „Mit Rechten reden“. Nun spricht er über die Tumulte auf der Frankfurter Buchmesse. Und sagt: Die linken Demonstranten „sind hysterisch“.
Nach den Tumulten auf der Buchmesse wird diskutiert, wie man mit rechten Verlagen umgehen soll. Bei Klett-Cotta erschien im Frühjahr das viel diskutierte Buch „Die autoritäre Revolte: Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“...
Nach den Tumulten auf der Buchmesse wird diskutiert, wie man mit rechten Verlagen umgehen soll. Bei Klett-Cotta erschien im Frühjahr das viel diskutierte Buch „Die autoritäre Revolte: Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“...
Sonntag, 15. Oktober 2017
15.10.2017 - Ganz
Nichts ist im Umgang mit Tätern so falsch wie „pastorale Loyalität“, nichts macht so blind für das Leid der Opfer wie der Drang, Schaden von der Institution Kirche fernzuhalten. Es spricht für die Kirchenoberen in Hildesheim, dass sie ihr Handeln von unabhängiger Seite haben überprüfen lassen. Die Ergebnisse sprechen nicht nur gegen sie, sondern gegen die Kirche als Ganzes.
Samstag, 14. Oktober 2017
14.10.2017 - Zunge
Schwerzungige Merkel
Macron spricht heute gleich zweimal in Frankfurt, denn die französische Literatur ist Gastland der Buchmesse. In Frankreich wird mehr und anspruchsvoller gelesen. Auch das zahlt auf das Konto Europas ein. Die Sprachenvielfalt als Bereicherung, nicht als Mauer: Das ist auf der Frankfurter Buchmesse jedes Jahr zu erleben. Und davon spricht Macron, nicht im Stil einer Sonntagsrede, sondern indem er sich selbst glaubwürdig und überzeugend als homme de lettres erweist. Chef feuilleton Jürgen Kaube, FAZ, ist so hingerissen, dass er Franzose sein und von Macron regiert werden will. Putzig. Wenn ich Macron neben Merkel erlebe, geniere ich mich unwillkürlich für diese säuerliche, schwerzungige Biederkeit der Kanzlerin.
Macron spricht heute gleich zweimal in Frankfurt, denn die französische Literatur ist Gastland der Buchmesse. In Frankreich wird mehr und anspruchsvoller gelesen. Auch das zahlt auf das Konto Europas ein. Die Sprachenvielfalt als Bereicherung, nicht als Mauer: Das ist auf der Frankfurter Buchmesse jedes Jahr zu erleben. Und davon spricht Macron, nicht im Stil einer Sonntagsrede, sondern indem er sich selbst glaubwürdig und überzeugend als homme de lettres erweist. Chef feuilleton Jürgen Kaube, FAZ, ist so hingerissen, dass er Franzose sein und von Macron regiert werden will. Putzig. Wenn ich Macron neben Merkel erlebe, geniere ich mich unwillkürlich für diese säuerliche, schwerzungige Biederkeit der Kanzlerin.
Freitag, 13. Oktober 2017
13.10.2017 - Der Falke
Mittelhochdeutsche Lyrik: Minnesang (Liebeskanzone)
Der Kürenberger
Der Falke
[Text nach
1150
]
Ich zôch mir einen valken mêre danne ein jâr.
dô ich in gezamete als ich in wolte hân
und ich im sîn gevidere mit golde wol bewant,
er huop sich ûf vil h
ôhe und fluog in ándèriu lant.
Sît sach ich den valken schône fliegen.
er fuorte an sînem fuoze sîdîne riemen,
und was in sînem gevidere alrôt guldîn.
got sende si zesamene die gerne gelíep wéllen sîn!
(I)
Ich zog mir einen Falken länger als ein
Jahr.
Als er von mir gezähmt und mir zu Wunsche war
und ich um sein Gefieder goldene Bänder wand,
steil stieg er in die Lüfte und flog in andere Land.
(II)
Fortan sah ich den Falken herrlich schwingen;
er trug an seinem Fuße seidene Schlingen,
es glänzte s
ein Gefieder um und um von Gold.
Gott sende sie zusammen, die sich sehnsüchtig hold
Donnerstag, 12. Oktober 2017
12.10.2017 - Mord
Polizistenmord in
Heilbronn
Am 25. April 2007 wird die Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn in
ihrem Streifenwagen hinterrücks erschossen und ihr Kollege schwer verletzt. Die
beiden Polizisten hatten das Auto kurz vor 14 Uhr im Schatten einer alten
Pumpstation auf der Theresienwiese geparkt, wo hundert Meter entfernt gerade
der Rummel für das Maifest aufgebaut wurde. Als Täter wird das NSU-Trio
beschuldigt.
Einfach mal so gefragt: Ist es vorstellbar, dass die Angeklagten die
Hunderte von Kilometern nach Heilbronn gefahren sind, um zwei Dienstwaffen zu
rauben, obwohl sie schon ein ganzes Waffenarsenal zur Verfügung hatten und auch
in ihrer Nähe hätten fündig werden können? Was spricht für ihre
Täterschaft? Wenig, sagen auch Juristen und Experten. Noch heute
ist ungeklärt, ob Frau Kiesewetter ein Zufallsopfer war, weil die Neonazis es
auf ihre Waffe abgesehen hatten.
Clemens Binninger erklärte in dem oben bereits erwähnten Interview, „…
dass wir in Heilbronn vier Zeugen haben, die alle unabhängig voneinander kurz
nach der Tat blutverschmierte Männer gesehen haben, die in ein Fahrzeug
springen. Wenn die Zeugenaussagen zutreffen, woran ich keine Zweifel habe,
wären mindestens sechs Personen involviert gewesen. Diese Spur wurde vor 2011
vom LKA auch als sehr relevant eingestuft, dann aber, als der NSU aufflog,
wieder verworfen. Ich fürchte, da hat man sich möglicherweise zu früh
festgelegt.“
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