Krzysztof Charamsa packt aus
Nach seinem Coming-out im Oktober 2015
wurde der polnische Theologe vom Vatikan gefeuert – in seinem neuen Buch
"Der erste Stein" rechnet er nun mit der katholischen Kirche ab. ...
KC: "Coming out“ ist für mich nur ein anderes Wort für die Annahme der
eigenen Natur, sozusagen eine Heilung. Diese Annahme der eigenen Natur
machte Jahren von unnötigem Leiden, von Angst und Selbsthass ein Ende.
Die Kirche hatte mich getäuscht, wie sie Millionen von Homosexuellen
täuscht. Und sie will sich in diesem Punkt nicht bekehren. Also musste
ich mich von diesem irrationalen Gefängnis befreien. Ich musste zur
Kirche sagen: ich bin schwul und erdulde nicht länger eure Beleidigungen
und Lügen im Hinblick auf Homosexuelle....
Ich will, dass die
katholische Kirche einen echten Dialog über Geschlechtlichkeit und Liebe
beginnt, einen Dialog, der die Menschenrechte zum Maßstab nimmt und die
Interessen gleichgeschlechtlich liebender Menschen nicht einfach
ignoriert.
Mein Buch ist eine menschliche Geschichte, die Geschichte
von der schwersten Entscheidung meines Lebens. Die Entscheidung, sich
selbst treu zu sein, den Glauben zu erhalten und bei der Wahrheit zu
bleiben. ...
Es ist ein Buch über das Gewissen, über die Freiheit
zur Liebe und über den Glauben. Im Mittelpunkt, sozusagen als Leitmotiv
des Buches, steht der Konflikt zwischen dem Individuum und einer
Institution, die die Wahrheit des Individuums leugnet. ...
Mein Buch
ist ein Weckruf an die katholische Kirche, über die Wirklichkeit
nachzudenken. Ein Aufruf, endlich den Leiden ein Ende zu bereiten, die
die katholische Kirche im Leben der Menschen auch durch ihre Homophobie
hervorruft bzw. in Kauf nimmt."
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