Donnerstag, 27. April 2017

27.04.2017 - Coming

Krzysztof Charamsa packt aus
Nach seinem Coming-out im Oktober 2015 wurde der polnische Theologe vom Vatikan gefeuert – in seinem neuen Buch "Der erste Stein" rechnet er nun mit der katholischen Kirche ab. ... KC: "Coming out“ ist für mich nur ein anderes Wort für die Annahme der eigenen Natur, sozusagen eine Heilung. Diese Annahme der eigenen Natur machte Jahren von unnötigem Leiden, von Angst und Selbsthass ein Ende. Die Kirche hatte mich getäuscht, wie sie Millionen von Homosexuellen täuscht. Und sie will sich in diesem Punkt nicht bekehren. Also musste ich mich von diesem irrationalen Gefängnis befreien. Ich musste zur Kirche sagen: ich bin schwul und erdulde nicht länger eure Beleidigungen und Lügen im Hinblick auf Homosexuelle....
Ich will, dass die katholische Kirche einen echten Dialog über Geschlechtlichkeit und Liebe beginnt, einen Dialog, der die Menschenrechte zum Maßstab nimmt und die Interessen gleichgeschlechtlich liebender Menschen nicht einfach ignoriert.
Mein Buch ist eine menschliche Geschichte, die Geschichte von der schwersten Entscheidung meines Lebens. Die Entscheidung, sich selbst treu zu sein, den Glauben zu erhalten und bei der Wahrheit zu bleiben. ...
Es ist ein Buch über das Gewissen, über die Freiheit zur Liebe und über den Glauben. Im Mittelpunkt, sozusagen als Leitmotiv des Buches, steht der Konflikt zwischen dem Individuum und einer Institution, die die Wahrheit des Individuums leugnet. ...
Mein Buch ist ein Weckruf an die katholische Kirche, über die Wirklichkeit nachzudenken. Ein Aufruf, endlich den Leiden ein Ende zu bereiten, die die katholische Kirche im Leben der Menschen auch durch ihre Homophobie hervorruft bzw. in Kauf nimmt."

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