Montag, 17. April 2017

17.04.2017 - Spirituell

Alles, was die Kritiker an der katholischen Kirche auszusetzen haben - die Marienverehrung, den Heiligenkult, das Priestertum, die Liturgie - gehört für mich zu den Dingen, die für den Katholizismus sprechen. Plus natürlich die Zeit: Eine Institution, die 2.000 Jahre alt ist, muss man ernster nehmen, als eine, die, sagen wir, erst 500 Jahre zählt. Wer als Kirche zuerst da war, hat, wenn es um die letzten Fragen geht, eindeutig die Nase vorn. Alles, was später kommt, ist bis zu einem gewissen Punkt Häresie.
 

Da die spirituellen Wurzeln im Protestantismus dünn sind, gibt es wenig, was einen zurückhält, wenn die Weltanschauung wechselt. Eine Kirche, in der nicht einmal mehr die Existenz von Himmel und Hölle verbindlich ist, ist für jeden, den nur noch der Glaube bei der Stange halten könnte, eine verlorene Sache.
Ich bin sehr für die Teilung von Staat und Kirche, ich halte das für eine große Errungenschaft der Aufklärung. Die Frage, die ich mir stelle, ist nur, warum die Verweltlichung nicht auf den Staat beschränkt bleiben kann, sondern sich auch noch auf die Kirche erstrecken muss. ...


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