Montag, 27. November 2017

26.11.2017 - Sozi



Die Forderung der SPD nach einer Bürgerversicherung im Gesundheitswesen ist in der Ärzteschaft auf breite Ablehnung gestoßen.
„Wer die Bürgerversicherung will, der startet den Turbolader in die Zwei-Klassen-Medizin“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, am Montag in Berlin. Noch gehöre das deutsche Gesundheitssystem zu den besten der Welt. Die Folgen eines Einheitssystems wie in den Niederlanden wären Rationierung, längere Wartezeiten und eine Begrenzung der Leistungskataloge.
„Diejenigen, die es sich leisten können, sichern sich dort einen exklusiven Zugang zur Spitzenmedizin als Selbstzahler oder durch teure Zusatzversicherungen“, sagte Montgomery. Wenn die SPD jetzt die Bürgerversicherung zur Voraussetzung für mögliche Sondierungsgespräche mit der Union mache, dann würde dies „unser leistungsstarkes System aus den Angeln“ hebeln. Nicht zuletzt würden der medizinischen Versorgung Mittel in Milliardenhöhe entzogen.
Auch Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), warnte, die Bürgerversicherung würde „kein einziges der potenziellen Probleme lösen, vor allem nicht die Herausforderungen einer älter werdenden Bevölkerung“. (WELT)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen