Dienstag, 21. November 2017

21.11.2016 - Misstrauisch

Misstrauisch sein ... Beifall für Merkel
Es ist durchaus möglich, dass FDP-Chef Christian Lindner die Verhandlungen abgebrochen hat, weil er ein gewissenloser Egomane ist. Aber die Grünen, die ihm jetzt mangelnden Patriotismus vorwerfen, gehören zu genau der Partei, in der „Patriot“ noch immer eher Schimpfwort als Auszeichnung ist.
Vielleicht hat Christian Lindner ja auch aus Überzeugung gehandelt, nur dass uns Überzeugungen nach über einem Jahrzehnt Merkel-Regierung fremd g
eworden sind. Die Grünen sind nicht nur, aber auch eine autoritäre Verbotspartei, die dazu aufruft, den Nachbarn zu denunzieren, wenn er sich das Bad schick fliesen lässt („Luxussanierung“). Dass Menschen die Fliesen in ihrem eigenen Bad nicht frei wählen sollten, ist eine Überzeugung, die man haben kann – bloß passt sie nicht zur FDP, hat sie nie. Wie sollten sich Lindner und Trittin je darüber einigen, ob man durch das Nistgebiet eines seltenen Vogels Glasfaserkabel für schnelleres Internet verlegen darf?
Das sollte uns misstrauisch machen. Was man uns Wählern zugestehen muss: Politiker machen es uns schwer, nicht in Verdruss zu verfallen. Die FDP bricht „überraschend“ die Verhandlungen ab, hat aber schon eine komplette Social-Media-Kampagne mit abgestimmtem Slogan („Lieber nicht regieren als falsch“) vorbereitet. CDU und Grüne halten nächtliche Pressekonferenzen ab, bei denen noch jeder Unterunterunterhändler mit ins TV-Bild will, um dann ergriffen das eigene Scheitern zu beklatschen. (BILD)

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