Donnerstag, 23. November 2017

22.11.2017 - Angela

Die grüne Merkel
Es muss rührend gewesen sein in der Trauer um die verpatzte Liebesheirat. Claudia Roth umarmt Thomas de Maizière, Cem Özdemir prostet mit Thomas Strobl, Robert Habeck datet Peter Tauber auf ein Bier, und Kanzleramtsminister Peter Altmaier lobt Claudia Roth. Das schwarz-grüne Projekt war in der Sondierung nicht nur programmatisch, sondern auch menschlich gereift.
Spiegelbildlich dazu die Ablehnung, ja der Zorn auf die Liberalen. Das macht deutlich, wo die Union, die von Angela Merkel geführte, heute steht. Tendenziell an der Seite der Grünen, in jedem Fall gegen jeden Versuch, den etatistischen Fundamentalismus der Berliner Republik zu reformieren.
Es mag sein, dass die FDP Wähler verprellt hat, sicher ist, dass Unionswähler, die ihre Partei im Zweifel an der Seite der bürgerlichen Liberalen wissen wollen, garantiert enttäuscht werden.(...)
Es gibt kein schwarz-gelbes Projekt mehr. Zumindest nicht, solange Angela Merkel die CDU führt. Außer dem mutigen, kerzengeraden Jens Spahn gibt es kaum noch Leute, die wagen, diese Strategie infrage zu stellen.
Nach einem miesen Wahlergebnis und einer grottig gescheiterten Sondierung müssten in einer lebendigen Volkspartei Stimmen laut werden, die zumindest leise Fragezeichen hinter die Führung und deren Strategie setzen.
Exklusiv für Abonnenten
Kann am Morgen danach schon wieder lachen: FDP-Chef Christian Lindner
Angst vor Chaos-Regierung
Deshalb stieg die FDP aus Jamaika aus
Doch nichts. Gar nichts. Bleiern verweigert sich die Union jeder Selbstkritik. Das macht deutlich, wie zart das Selbstbewusstsein geworden ist. Ohne Spahn wäre die CDU monochrom. (WELT)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen