Die grüne Merkel
Es muss rührend gewesen sein in der Trauer um die
verpatzte Liebesheirat. Claudia Roth umarmt Thomas de Maizière, Cem
Özdemir prostet mit Thomas Strobl, Robert Habeck datet Peter Tauber auf
ein Bier, und Kanzleramtsminister Peter Altmaier lobt Claudia Roth. Das
schwarz-grüne Projekt war in der Sondierung nicht nur programmatisch,
sondern auch menschlich gereift.
Spiegelbildlich dazu die Ablehnung, ja der Zorn auf die Liberalen. Das macht deutlich, wo die Union,
die von Angela Merkel geführte, heute steht. Tendenziell an der Seite
der Grünen, in jedem Fall gegen jeden Versuch, den etatistischen
Fundamentalismus der Berliner Republik zu reformieren.
Es mag sein,
dass die FDP Wähler verprellt hat, sicher ist, dass Unionswähler, die
ihre Partei im Zweifel an der Seite der bürgerlichen Liberalen wissen
wollen, garantiert enttäuscht werden.(...)
Es gibt kein
schwarz-gelbes Projekt mehr. Zumindest nicht, solange Angela Merkel die
CDU führt. Außer dem mutigen, kerzengeraden Jens Spahn gibt es kaum noch
Leute, die wagen, diese Strategie infrage zu stellen.
Nach einem
miesen Wahlergebnis und einer grottig gescheiterten Sondierung müssten
in einer lebendigen Volkspartei Stimmen laut werden, die zumindest leise
Fragezeichen hinter die Führung und deren Strategie setzen.
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Doch nichts. Gar nichts. Bleiern verweigert sich die Union jeder
Selbstkritik. Das macht deutlich, wie zart das Selbstbewusstsein
geworden ist. Ohne Spahn wäre die CDU monochrom. (WELT)
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