Christlich - in meiner Sicht.
Bemerkungen zu Weihnachten 2017
Sonntag, 24. Dezember 2017
Weihnachten ist ja eigentlich nicht das höchste christliche Fest. Nebenbei
gesagt.
Die Wurzeln dieses Festes sind im antiken Griechenland zu finden. Die Geschichte
von der Jungfrau (Maria), die von einem Vogel (siehe Leda mit dem Schwan, Taube,
etc.) – also vom Göttervater (Zeus) geschwängert, hat mit dem Christentum am
Rande zu tun.
Ein religiöser Werbegag für die Griechen, die noch christianisiert werden
sollen.
Später angereichert mit germanischen Riten – aus deren Götterwelt.
Das Jungfrausein der Gottesmutter ist insofern verständlich. Aber nicht zum
christlichen Glauben gehörig. Die Trinität des christlichen Gottes ist für 99
Prozent der Menschen völlig unverständlich.
Und für die anderen (nicht christlichen) Menschen ebenfalls.
Ebenso gehört für mich nicht zum christlichen Weihnachten der fresssüchtige
Coca-Cola-Weihnachtsmann oder der romantische deutsche Weihnachtsmarkt mit
Lebkuchen, Glühwein, skandierte Äpfel, Würstchen - das ist alles nur widerlicher und
heidnischer Kommerz. Winterliches Volksfest und Rummel – mit Karussell, etc...
Wer es so mag, der sollte sein Weihnacht auf dieser geistlich-germanischen
Ebene feiern. Für mich ist eine Pseudo-Christgeburt als plumpes Lichter-Volksfest
- mehr nicht.
Oder ganz einfach - seit ich denken kann, glaube ich nicht daran, dass
Jesus für uns in einem Stall geboren ist - und sein Bett eine Krippe. Das ist
ein übler Flickenteppich aus römischer Zeit, ahistorisch, ein schlicht
erzähltes Märchen – aus dem Orient.
Seit ich denken kann, glaube ich nicht daran, dass Jesus für uns Menschen
am Kreuz gestorben ist - damit wir leben können. Diesen geistlichen und
religiösen Absolutismus verstehe ich nicht – überhaupt nicht vor allem unter
dem Aspekt unserer Religionsfreiheit.
Seit ich denken kann, glaube ich nicht daran, dass Jesus und seine
christlichen Nachfolger sowie die Frommen in den Himmel aufgefahren sind – nach
ihrem Tod. Das ist eine Geschichte für die Völker der Antike, des Orients und
des Mittelalters.
Der katholische Gott zeugt von einer Vorstellung eines Gottes, der durch
die Aufklärung getauft wurde (siehe Benedikt XVI.). Für mich hat der
katholische Gott kaum etwas und selten mit dem monotheistischen Gott der Antike
und des Orients zu tun.
Mit dem Gott der Juden (Teile davon sind eine schöne Aufklärung) hat der
christliche Gott wenig zu tun … und mit
dem Gott der Muslime, der nichts als ein rachsüchtiger, bösartiger,
Frauen-verachtende, Schwulen-mordende Wüstengeist ist, will ich nichts zu tun
haben - den verabscheue und verachte ich.
Und ich hasse ihn auch, wenn dieser Gott mir aus den Gedanken bestimmter
Menschen brutal ins Gesicht springt.
Ebenfalls verachte und verabscheue ich den protestantischen Luther-Gott,
ein Gott kaum ohne christlicher und kirchlicher Historie - ein Gott der tödlichen Verachtung der Juden,
der Hexen-Verbrennungen, des politischen Anschmiegens an den Absolutismus, an
den Nationalsozialisten und an den Kommunismus, ein Gott, dessen Predigen das
Kapitals bejubelt, ein Gott der politischen Mode … und ein Gott der Einsamkeit
der Seelen … und Gott, der den Absolutismus des gierigen Ichs lobt - nach dem
Motto: Gott und Ich - von Du zu Du.
Logischerweise bin ich ein Gegner der Ökumene. Meiner Ansicht nach sollte in einem rechtsstaatlichen und aufgeklärten Staat der Bürger nach ihrer (nicht-kriminellen) Religion seiner Wahl - nach seiner Façon selig werden.
Ich weiß viel aus historischen Quellen über das Leben und Wirken über die
wunderbaren römischen Politiker wie Caesar, Augustus, Vespasian, Hadrian, Mark
Aurel oder gar Pontius Pilatus ... aber ich weiß sehr wenig über
den jüdischen Wanderprediger Jesus.
Das, was ich über Jesus weiß, das ist für mich eine geschickt-gestrickte
kirchliche Propaganda, das sind schön-religiöse Legenden aus Nahost, kluge
Weisheiten über das Zusammenleben der Menschen in Judäa und im Orient.
Aber historisch ist das alles kaum wichtig.
Die römisch-katholische Kirche hat in 2.000 Jahren es geschaffen, die
Tradition der Antike des römischen Reiches und der Demokratie Griechenlands
(Recht, Philosophie und Literatur), auch Teile der Religionen der griechischen
und römischen Götter zu bewahren und in eine römisch-katholische Heiligen-Welt
zu übertragen und immer wieder neu wachsen lassen ... einfach grandios … deshalb
bin ich kein frommer - aber ein begeisterter Katholik.
Aber Weihnachten … Aufklärung, der menschliche Verstand und der Glaube? Ich
bin sehr verunsichert … ich traue meiner Aufklärung und meinem Verstand nicht
mehr. Ich war immer – notwendigerweise - der Aufklärung gegenüber sehr, sehr
kritisch.
Wenn ich, wie am Heiligabend das Bach’sche „Weihnachtsoratorium“ … oder die
wunderbaren Gesänge in christlich-kluger Tradition bei Messen im Petersdom aus
Rom höre … dann…
… dann bin ich erschüttert, dann kommen mir die Tränen, vor der Schönheit und
Wahrheit der christlichen Botschaft und der Tiefe des Glaubens …
Mein Verstand liegt angesichts dieser wunderbaren Musik und ihrer Worte in
Trümmern.
Mein Verstand ist eben nur ein schnödes Handwerk für den menschlichen
Alltag...
Weihnachten ist ein wirkliches Fest des zutiefst menschlichen Glaubens. Denn dieses weihnachtliche Wunder ist des Glaubens liebstes
Kind.
Jürgen Dieter Ueckert
24. Dezember 2017
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