Mittelhochdeutsche Lyrik: Minnesang (Liebeskanzone)
Der Kürenberger
Der Falke
[Text nach
1150
]
Ich zôch mir einen valken mêre danne ein jâr.
dô ich in gezamete als ich in wolte hân
und ich im sîn gevidere mit golde wol bewant,
er huop sich ûf vil h
ôhe und fluog in ándèriu lant.
Sît sach ich den valken schône fliegen.
er fuorte an sînem fuoze sîdîne riemen,
und was in sînem gevidere alrôt guldîn.
got sende si zesamene die gerne gelíep wéllen sîn!
(I)
Ich zog mir einen Falken länger als ein
Jahr.
Als er von mir gezähmt und mir zu Wunsche war
und ich um sein Gefieder goldene Bänder wand,
steil stieg er in die Lüfte und flog in andere Land.
(II)
Fortan sah ich den Falken herrlich schwingen;
er trug an seinem Fuße seidene Schlingen,
es glänzte s
ein Gefieder um und um von Gold.
Gott sende sie zusammen, die sich sehnsüchtig hold
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen