Polizistenmord in
Heilbronn
Am 25. April 2007 wird die Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn in
ihrem Streifenwagen hinterrücks erschossen und ihr Kollege schwer verletzt. Die
beiden Polizisten hatten das Auto kurz vor 14 Uhr im Schatten einer alten
Pumpstation auf der Theresienwiese geparkt, wo hundert Meter entfernt gerade
der Rummel für das Maifest aufgebaut wurde. Als Täter wird das NSU-Trio
beschuldigt.
Einfach mal so gefragt: Ist es vorstellbar, dass die Angeklagten die
Hunderte von Kilometern nach Heilbronn gefahren sind, um zwei Dienstwaffen zu
rauben, obwohl sie schon ein ganzes Waffenarsenal zur Verfügung hatten und auch
in ihrer Nähe hätten fündig werden können? Was spricht für ihre
Täterschaft? Wenig, sagen auch Juristen und Experten. Noch heute
ist ungeklärt, ob Frau Kiesewetter ein Zufallsopfer war, weil die Neonazis es
auf ihre Waffe abgesehen hatten.
Clemens Binninger erklärte in dem oben bereits erwähnten Interview, „…
dass wir in Heilbronn vier Zeugen haben, die alle unabhängig voneinander kurz
nach der Tat blutverschmierte Männer gesehen haben, die in ein Fahrzeug
springen. Wenn die Zeugenaussagen zutreffen, woran ich keine Zweifel habe,
wären mindestens sechs Personen involviert gewesen. Diese Spur wurde vor 2011
vom LKA auch als sehr relevant eingestuft, dann aber, als der NSU aufflog,
wieder verworfen. Ich fürchte, da hat man sich möglicherweise zu früh
festgelegt.“
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