Donnerstag, 5. Oktober 2017

05.10.2017 - EinStückweit


EinStückweit

Jan Fleischhauer, DER SPIEGEL: "Ein typischer Steinmeier-Satz zur Flüchtlingspolitik beginnt so: "Wir müssen uns ehrlich machen." Das kam, weil der Bundespräsident dem Stilmittel der Wiederholung vertraut, an zentraler Stelle gleich drei Mal vor. Malte Lehming hat gestern im "Tagespiegel" sehr schön dargelegt, warum dies, unabhängig von dem, was darauf folgt, eine Floskel ist, die ins Schwulst-Lexikon des Grauens gehört.


Der korrekte Satz wäre gewesen: "Wir müssen ehrlich sein". Aber das hätte bedeutet, dass wir vorher nicht ehrlich waren. Das zu sagen hat sich Steinmeier nicht getraut, dann hätte es womöglich eine Diskussion über seine Äußerungen gegeben. Die Formulierung "ehrlich machen" suggeriert, man könne sich nachträglich in den Zustand der Ehrlichkeit versetzen, ohne darüber reden zu müssen, dass man es vorher nicht war. So redet ein Verwaltungsjurist, der wie Björn-EinStückweit-Engholm klingen will."


Uwe Ralf Heer, Heilbronner Stimme: "Steinmeier hielt eine hervorragende Rede. Er beschönigte nicht. Er sprach ungeschminkt Klartext. Die Worte, die Steinmeier sprach, hätte man im Wahlkampf gerne von mehr Politikern gehört. Gerade nach dem Ergebnis der Bundestagswahl darf es kein einfacher "Weiter so" geben. Es ist nicht alles gut. (...) Der Bundespräsident hat am Tag der Deutschen Einheit eine starke Vorlage gegeben. Sie zu verwandeln, liegt an uns allen."


... Kluger kritischer Journalisten gegen Provinz-Gouvernantin-Geschwurber-Geschwätz...

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