EinStückweit
Jan Fleischhauer, DER SPIEGEL: "Ein typischer
Steinmeier-Satz zur Flüchtlingspolitik beginnt so: "Wir müssen uns ehrlich
machen." Das kam, weil der Bundespräsident dem Stilmittel der Wiederholung
vertraut, an zentraler Stelle gleich drei Mal vor. Malte Lehming hat gestern im
"Tagespiegel" sehr schön dargelegt, warum dies, unabhängig von dem,
was darauf folgt, eine Floskel ist, die ins Schwulst-Lexikon des Grauens
gehört.
Der korrekte Satz wäre gewesen: "Wir müssen ehrlich
sein". Aber das hätte bedeutet, dass wir vorher nicht ehrlich waren. Das
zu sagen hat sich Steinmeier nicht getraut, dann hätte es womöglich eine
Diskussion über seine Äußerungen gegeben. Die Formulierung "ehrlich
machen" suggeriert, man könne sich nachträglich in den Zustand der
Ehrlichkeit versetzen, ohne darüber reden zu müssen, dass man es vorher nicht
war. So redet ein Verwaltungsjurist, der wie Björn-EinStückweit-Engholm klingen
will."
Uwe Ralf Heer, Heilbronner Stimme: "Steinmeier hielt
eine hervorragende Rede. Er beschönigte nicht. Er sprach ungeschminkt Klartext.
Die Worte, die Steinmeier sprach, hätte man im Wahlkampf gerne von mehr
Politikern gehört. Gerade nach dem Ergebnis der Bundestagswahl darf es kein
einfacher "Weiter so" geben. Es ist nicht alles gut. (...) Der Bundespräsident
hat am Tag der Deutschen Einheit eine starke Vorlage gegeben. Sie zu
verwandeln, liegt an uns allen."
... Kluger kritischer Journalisten gegen Provinz-Gouvernantin-Geschwurber-Geschwätz...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen