Mittwoch, 26. Juli 2017

26.07.2017 - Opposition

Bertelsmann: Opposition ist Populismus
Die neueste „Studie“ der Bertelsmann-Stiftung habe ich zweimal gelesen, weil ich das Gelesene beim ersten Mal nicht glauben wollte.
Sein Wort Propaganda taufte Edward L. Bernays nach 1945 in Public Relations um, weil Goebbels sich seiner Rezepte bedient hatte. Daran muss ich denken, wenn ich sehe, mit welchem Gehorsam Medien den Vorgaben einer „Studie“ gehorchen, die sich die Dinge so hinbiegt, wie sie es will, oder besser, wie es der Au
ftraggeber wünscht. Lassen Sie sich die folgende „Definition“, die noch nicht mal als „Beschreibung“ taugt, auf der Zunge zergehen:
»Populismus ist also zunächst weder „links“ noch „rechts“. Er begreift gesellschaftliche Auseinandersetzungen als Konflikte zwischen dem „einen“ Volk und den „korrupten“ politischen Eliten. Radikale Populisten erkennt man daran, dass sie die Entmachtung der herrschenden Politik fordern, um den Einfluss des Volkswillens zu stärken. Dazu fordern sie radikale Reformen des politischen Systems, und behaupten, dass sie alleine den wahren Bürgerwillen repräsentieren. In seiner moderaten Variante setzt sich Populismus kritisch mit den etablierten demokratischen Institutionen auseinander, und wünscht sich mehr direkte Beteiligung der Bürger und eine bessere Berücksichtigung ihrer Interessen bei politischen Entscheidungen. Radikaler Populismus stellt die etablierten Institutionen der liberalen Demokratie in Frage und kann zu einer Gefährdung der Demokratie werden. Moderater Populismus ist ein ständiger Begleiter der Demokratie, kann ihre Responsivität erhöhen und ihr Funktionieren verbessern.«
So, ganz langsam zum Mitdenken. Wer die real betriebene Politik und den heutigen Stand der Regeln der Demokratie wie das Wahlrecht ändern möchte, ist ein Populist? Ebenso, wer mehr direkte Beteiligung der Bürger und eine bessere Berücksichtigung ihrer Interessen bei politischen Entscheidungen fordert? Früher nannten wir das Opposition. Also noch mal, ganz langsam: Opposition ist Populismus. Spinnen diese Römer der Bertelsmann-Studie? Oder halten sie selbst denkende Bürger für Idioten? Oder einfach beides?
»Radikale Populisten erkennt man daran, dass sie die Entmachtung der herrschenden Politik fordern, um den Einfluss des Volkswillens zu stärken.« (Tichy)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen