Sonntag, 16. Juli 2017

15.07.2017 - Pseudoliberale Eliten


"White trash matters" – so könnte man in einem Satz die fatalen Wirkungen der identitären Ideologie zusammenfassen, die von den pseudoliberalen Eliten jahrelang gepredigt worden war und deren Saat nun auch an Orten aufging, die dafür nicht vorgesehen waren. Überall in Europa sind Bewegungen auf dem Vormarsch, die den Bürgern einreden, sie seien die Repräsentanten des wahren Volkes. Ihre Waffe ist der Protest, ihr Medium die Strasse und die sozialen Netzwerke. Dort wird aufgeführt, was im veröffentlichten Leben der Leitmedien keinen Platz mehr hat.
Die Wähler der Populisten verachten die Politiker und die wirklichkeitsfremde Elite, die in der besten aller Welten leben, von jener Welt, in der die Verlierer zu Hause sind, aber kaum etwas wissen. Über den Erfolg der Protestparteien haben sich manche gewundert. Wie konnte es geschehen, dass die Bürger Repräsentanten der Peinlichkeit wählten, nach allem, was die pseudoliberalen Eliten gegen sie ins Spiel gebracht hatten? ...
Politiker und Journalisten bewegen sich in einem Raum, in dem sie nur noch hören, was ihresgleichen für richtig hält und in dem Gruppen nach Privilegien rufen, die nur ihnen, aber niemandem sonst gewährt werden sollen. Wer laut ruft und die Rhetorik des Beleidigten gut genug beherrscht, erzielt einen Machtgewinn, ohne sich anstrengen zu müssen. Jeder will ein Opfer sein und dafür von jenen belohnt werden, die darüber entscheiden, was statthaft ist und was nicht.
... weiterlesen unten ... in der NZZ

https://www.nzz.ch/feuilleton/elite-und-politik-die-buergergesellschaft-ist-am-ende-ld.1306099

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