Donnerstag, 1. Juni 2017

01.06.2017 - Milo

Milo Yiannopoulos ist so etwas wie der Posterboy der Alt-Right-Bewegung. Der britische Journalist mit dem wasserstoffblonden Haar und schrillen Outfits provoziert mit anti-feministischen und anti-rassistischen Texten. 

Um die Person Milo Yiannopoulos beurteilen zu können, sollte man sich sein eigenes Bild über ihn machen. Auf youtube finden sich z.B. die Videos der "dangerous faggot"-Tour in denen Milo an amerikanischen Universitäten auftritt. 

Seine Rhetorik, sein Humor, sein Sarkasmus - genial. Er testet die Grenzen der Meinungsfreiheit aus und findet sich nicht damit ab, dass andere Tabuthemen festlegen. Ob Feminismus, Islam, Political Correctness - Milo spricht unangenehme Wahrheiten einfach aus. Von wem sonst kann man so dezidierte Kritik an der Diskriminierung und Verfolgung Homosexueller in islamischen Ländern gehört? 

Keiner muss Milo Yiannopoulos mögen oder ihre Ansichten gut finden, aber sein Wirken bereichert den öffentlichen Diskurs enorm und zeigt, welche Kraft in offen gelebter Meinungsfreiheit steckt. Einer wie Milo würde unserem verschlafenen, überkorrekten Deutschland verdammt gut tun. Im Gegensatz zu den britischen Fernsehsender, auf denen er regelmäßig erschien. Dabei spricht fließend Deutsch. Schade, sehr schade! 

Das Spektakel würde ich gerne sehen. Er wäre der Fuchs im Hühnerstall! Er liefert das saftige Contra zu dem heute hegemonial gewordenen Linksliberalismus. Man muss schon blind auf beiden Augen sein, um die Parallelen zu den erfolgreichen Linksprovokateuren der siebziger und achtziger nicht zu erkennen - die wussten um und triggerten erfolgreich die Pawlowschen Reflexe ihrer Gegner. 

Yiannopoulos tut nichts anderes. Bösartig, gemein und aggressiv - klar. Nur müsste mir mal jemand erklären, was man angesichts seiner reichlich totalitären Gegner in der "progressiven" anglo-amerikanischen Universitätslinken anders machen könnte? 

Mit Gelassenheit, Rationalität und Höflichkeit gegen aggressive Mobs, die mit Sprechverbot en, Vortragsblockaden und nackter Gewalt unterschiedslos gegen jede/n vorgehen, der ihre Ideen nicht teilt? Was Milo übrigens auch erfolgreich herausgearbeitet hat - wie wenig es Liberalen und Linken schmeckt, wenn die Methoden, mit denen sie selbst erfolgreich waren, nun gegen sie verwendet werden.

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