Luthers zur Hexenverfolgung
Martin Luther hat sich in seinen
Predigten, Vorlesungen, Tischreden und Briefen in drei Jahrzehnten
mannigfach zum Thema „Zauberei“ und „Hexen“ geäußert. Luther war
überzeugt von der Möglichkeit des Teufelspaktes, der Teufelsbuhlschaft
und des Schadenzaubers und befürwortete die gerichtliche Verfolgung von
Zauberern und Hexen.
Die Aussage des Alten Testaments „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“ (Ex 22,17 LUT) hatte für ihn Gültigkeit.
Dies wird in einer Hexenpredigt deutlich, die Luther zu dieser Stelle
hielt. Er verlieh hier seinem Abscheu vor dem Übel der Hexerei Ausdruck
und gab einer Verurteilung der im Verdacht stehenden Frauen recht:
„Der Volksmund nennt sie die Weisen Frauen. ...Es ist ein überaus
gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten
viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich Milch,
Butter und alles aus einem Haus stehlen … Sie können ein Kind
verzaubern … Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen
Knie erzeugen, dass der Körper verzehrt wird … Schaden fügen sie nämlich
an Körpern und Seelen zu, sie verabreichen Tränke und Beschwörungen, um
Hass hervorzurufen, Liebe, Unwetter, alle Verwüstungen im Haus, auf dem
Acker, über eine Entfernung von einer Meile und mehr machen sie mit
ihren Zauberpfeilen Hinkende, dass niemand heilen kann … Die Zauberinnen
sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder …
Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein
weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“
Predigt vom 6. Mai 1526, WA 16, 551f.
Zahlreiche lutherische Theologen, Prediger und Juristen und
Landesherren, zum Beispiel Heinrich Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel),
beriefen sich später auf einschlägige Aussagen Luthers.
Calvin und die Hexenprozesse
Genau wie Luther befürwortete Johannes Calvin die Verfolgung und
Hinrichtung von Hexen. Unter Berufung auf die Bibelstelle Exodus 22,17
LUT erklärte Calvin, Gott selbst habe die Todesstrafe für Hexen
festgesetzt. In Predigten tadelte er darum jene, welche die Verbrennung
der Hexen ablehnten, und wollte sie als Verächter des göttlichen Wortes
aus der Gesellschaft ausstoßen.
Calvin glaubte, dass Männer und
Frauen in Genf drei Jahre lang durch Zauberkünste die Pest ausgebreitet
hätten, und hielt alle ihnen durch die Folter abgepressten
Selbstanschuldigungen für wahr, nachträglichen Widerruf für unwahr. 1545
wurden innerhalb weniger Monate 34 angebliche Hexen verbrannt.
(Wikipedia)
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