Dienstag, 19. September 2017

18.09.2017 - Provinz-Theater

Ilja Richter sagt, der Inten­dant Klaus Wagner sei ein un­ermüdliches Theaterpferd. Dem kann man als Beobachter voll zustimmen. Seit Wagner das Heilbronner Theater leitet, hat es Zuwächse, die es gleich­berechtigt neben andere deut­sche Stadttheater stellt.

Angetreten ist Wagner vor rund vier Jahren mit dem Leit­satz „Vielfalt und Überra­schung“. Heute sagt er auch (beim Mai-Theater-Stammtisch): „Gewöhnung ist eine kulturelle Erfindung der Welt, keine bürgerliche Notwendig­keit. “ Wagner als Figaro des Theaters, der vieles auf einmal will, der Gegensätzliches - und sei es noch so weit von einander entfernt – verbinden möchte. Die ganze Welt auf die Bühne.

Was kommt bei diesem Bie­gen und Brechen heraus? Stücke von Brecht, Nestroy, Les­sing, Tankred Dorst, Margaret­he von Trotta oder Tennessee Williams, Philip King, Neil Si­mon für den Spielplan 1984/85. Deutsche Stadttheater-Durchschnittsware? Zum Teil. Das muß wahrscheinlich so sein, um in Heilbronn ein er­folgreiches Theater zu leiten.

Klaus Wagner will Provinz­theater machen. Mit all seinen Stärken und Schwächen. Das ist ihm bisher gelungen. Zuvor hatte Heilbronn einen Ab­klatsch davon. Ein Schelm, der jetzt Schlechtes dabei denkt. (JDU)

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