Samstag, 2. September 2017

02.09.2017 - Entsorgen



Ein Euphemismus grüner Gesinnung

Sans Souci – Warum ich gerne entsorgt werden würde

Für Karl Popper ist Demokratie die einzige Staatsform, die es ermöglicht, auf unblutigem Weg Politiker loszuwerden. Der entsorgte Politiker lebt, ausgestattet mit blendender Altersversorgung, in aller Regel sorgenfrei. Im Sinne des Alten Fritz: sans souci.(...)


Diese ursprüngliche Bedeutung des schönen deutschen Tätigkeitsworts kommt so gut wie nicht mehr vor. Denn heute wird kein König (und keine Politikerin) mehr entsorgt, schon gar nicht von Sorgen. Entsorgt wird allein die deutsche Sprache. Und zwar ohne den Sprachentsorgern Sorge zu bereiten. An der einseitigen Verwendung des Verbs entsorgen ist das gut zu sehen. Frau Özoguz sähe vielleicht gern die deutsche Kultur jenseits der Sprache entsorgt. Die Entsorgung der Sprache aber schaffen wir ganz ohne sie. (...)
 

Doch leider hat das vielseitige Verb entsorgen eine Wandlung erfahren. Es ist ganz auf das beschränkt, was dem deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetz unterliegt. Dabei genießt laut Umweltbundesamt „der Schutz von Mensch und Umwelt“ höchste Priorität. Die allgemeine Wertschätzung für die Kultursachverständige Özoguz beweist es.



Wer die Entsorgungsvorschriften verletzt, ist als Rassist, Volksverhetzer, geistiger Brandstifter und Menschenverächter zu verfolgen. Er gehört ausgegrenzt. Er entsorgt sich gewissermaßen selbst. Nirgends ist sich Deutschlands Entrüstungsindustrie einiger als hier. (Herles in Tichy)

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