Schleuser & Partner
Ahmed Dabashi, der Mann, der jetzt maßgeblich die Schleuserabwehr von Sabratha verantwortet, hat gutes Geld mit dem Menschenhandel gemacht. In einem Bericht der Vereinten Nationen vom Juni wird er zu den größten Schleppern der westlichen Küstenabschnitte gezählt. Er befehligt die als „Ammu“-Miliz bekannte „Brigade Märtyrer Anas al Dabashi“. Seine Männer bewachen auch die Erdöl- und Erdgasanlagen westlich von Sabratha, die ein gemeinsames Projekt der staatlichen libyschen Ölgesellschaft. ...
Aus den Reihen der Großfamilie Dabashi stammen sowohl ein ehemaliger UN-Botschafter als auch ein örtlicher Anführer des „Islamischen Staates“ (IS). So dürften auch die Dschihadisten von den dunklen Geschäften des Ahmed Dabashi profitiert haben. Jetzt verkündet seine Miliz im Internet, sie habe italienische Hilfslieferungen für das Krankenhaus von Sabratha vermittelt. Die Dabashi-Sippe ist mächtig in Sabratha. Sie kontrolliert neben der „Ammu“-Brigade auch die „Brigade 48“, die ebenfalls zur Schleuserbekämpfung eingesetzt wird. Beide Milizen sind formell der Regierung in Tripolis zugeordnet. Beide dürften aber vor allem auf eigene Rechnung arbeiten. ...
Europa mit den Migrationsströmen zu erpressen hat in Libyen Tradition. Schon Diktator Gaddafi hat je nach Interesse die Grenzen wie einen Wasserhahn geschlossen und geöffnet. Er drohte immer wieder mit „Millionen von Schwarzen“, die das Mittelmeer überqueren würden – sei es, um seine Geldforderungen zu unterstreichen, sei es, um den Westen davon abzuhalten, den Aufstand gegen seine Herrschaft zu unterstützen. Ein Sprecher der „Ammu“-Miliz klang ganz ähnlich, als er vor einigen Tagen sagte: „Wenn die Unterstützung für die Brigade von Dabashi eingestellt wird, wird sie nicht mehr die Kapazitäten haben, ihre Aufgabe zu erfüllen, und das Schleusergeschäft kehrt zurück.“ (FAZ)
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