Donnerstag, 4. Mai 2017

02.04.2017 - Ernst Bloch, Stalinist

Bloch war lange, viel zu lange Stalinist, hatte sich öffentlich für die «Säuberungen» unter Stalin ausgesprochen, deren Opfer in die Millionen gingen. 

Erst spät – und überraschend – sprach er von «Heimat» als einem bisher unerfüllten Kindheitstraum. Die Hoffnung, welcher hier Raum gegeben wird, ist eine Mischung aus christlicher Endzeiterwartung und Verheissung eines innerweltlichen Paradieses. Das Neue Jerusalem, das in der Offenbarung des Johannes noch vom Himmel herniedersank, ist für den Kommunisten Bloch ein Ergebnis des siegreichen Proletariats.
 

Ernst Blochs monumentales Werk der fünfziger Jahre, «Das Prinzip Hoffnung», schliesst mit einer berühmten Passage: «Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäusserung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.»
 

Je exakter die utopische Vision des Juden, Stalinisten und Kommunisten Ernst 
Bloch, desto geringer die Gefahr ihrer Realisierung. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen