Es gibt allerdings auch ein eher
analytisches Verständnis von „deep state“. Mike Lofgren, der 28 Jahre
lang für die Republikaner im Kongress gearbeitet hat, veröffentliche vor
einem Jahr das Buch „The Deep State: The Fall of the Constitution and
the Rise of a Shadow Government“.
Dessen zentrale These: Längst habe
sich in den USA – an der Verfassung und demokratisch gewählten
Regierungen vorbei – ein machtvolles Interessenkonglomerat eigener Art
etabliert. Es besteht aus Lobbyisten,
der Wall Street, Silicon Valley, den Geheimdiensten, Teilen des
Militärs, Teilen der Medien, Teilen der Justiz. Stark geprägt wurde der
Autor von den Enthüllungen Edward Snowdens.
In vielerlei Hinsicht
fließen in die „Deep-State“-Theorie auch eher linke Theoreme ein wie das
vom „Militärisch-Industriellen Komplex“. In Deutschland hat den Begriff
Jürgen Roth eins zu eins übersetzt mit seinem ebenfalls vor einem Jahr
erschienenen Buch „Der tiefe Staat: Die Unterwanderung der Demokratie
durch Geheimdienste, politische Komplizen und den rechten Mob“. Das
zielte, vor dem Hintergrund der NSU-Affäre, auf ein angeblich geheimes
Geflecht zum Schutz rechtsextremer Verbindungen.
("Tagesspiegel",
17.02.2017)
Siehe auch ...
„Ich will ein gutes Verhältnis zur
Presse. Aber die Presse muss ehrlich sein. Die Öffentlichkeit, die
Bürger, sie glauben Euch nicht mehr. Wenn Ihr ehrlich wärt und die
Wahrheit sagen würdet, wäre ich Euer größter Fan. Ich habe kein Problem
mit negativen Geschichten über mich. Aber wenn man euch anguckt, CNN –
da jagt eine negative Geschichte die nächste. Ich hab nun mal die Wahl
gewonnen. Findet Euch damit ab.“
Donald Trump
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