Sonntag, 12. Februar 2017
12.02.2017 - Blockparteien
Frage: Warum brauchte es einen
Sozialdemokraten, warum hätte es nicht auch ein Politiker der CDU oder
CSU sein können? Weil sie nicht wollten? Weil ihnen die Mehrheit fehlte?
Alle Namen aus den Reihen der CDU, die genannt wurden, wären mindestens
ebenso „überparteilich“ gewesen wie Steinmeier: Annegret
Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen, Norbert Lammert, Thomas de
Maizière – das Amt des Bundespräsidenten ist nicht so unbedeutend, dass
sich nicht jeder von ihnen in die
Pflicht hätte nehmen lassen wollen, selbst wenn die Aussichten auf
Erfolg gering gewesen wären. Ihnen zu große „Parteilichkeit“
vorzuwerfen, wie es SPD und andere versuchten, zeugt davon, wie hohl die
Vorstellung von Überparteilichkeit ist. Die kann nur glaubwürdig sein,
wenn sie aus Parteilichkeit hervorgeht. ... Steinmeiers Präsidentschaft
ist Ergebnis einer sehr viel selteneren Erscheinung: Das Hinterzimmer
war leer. Die Wahl vom Sonntag bestand deshalb daraus, keine andere Wahl
gehabt zu haben. Das wird die „Überparteilichkeit“ des neuen
Bundespräsidenten so überschatten wie große Koalitionen eine Demokratie.
Die Bundesrepublik hat sich gnadenlos gewandelt in eine
Merkel-Spießer-Republik ... in eine Blockparteien-Demokratie à la
DDR-light... wie von der Stasi einst gewünscht...
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen